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Schloss Seggau: Junge Weine im alten Keller kredenzt

  • la6098
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit


Ein Prosit auf den Jahrgang 2025: (v.l.n.r.) Önologe Karl Menhart, Dir. Andrea Kager-Schwar, Kellermeister Andreas Lobe und Dir. Reinhold Holler
Ein Prosit auf den Jahrgang 2025: (v.l.n.r.) Önologe Karl Menhart, Dir. Andrea Kager-Schwar, Kellermeister Andreas Lobe und Dir. Reinhold Holler

In der einzigartigen Atmosphäre des 340-jährigen barocken Weinkellers von Schloss Seggau bot am 17. Jänner 2026 die traditionelle Fassprobenverkostung Connaisseuren die Möglichkeit, in die Welt des Seggauer Weines einzutauchen. Der Vorgeschmack auf den neuen Weinjahrgang 2025 wurde für die Teilnehmer:innen zur spannenden Entdeckungsreise durch die südsteirische Weinlandschaft.


Ein Blick in den Weinkeller



Bei freiem Eintritt bieten Fassprobenverkostungen im Jänner und Februar 2026 die frühe Möglichkeit, Weinbauern im Keller zu besuchen und die jungen, heranreifenden Weine des Jahrganges 2025 gleich direkt aus den Fässern zu verkosten. „Wir sind Teil einer Veranstaltungsserie, die einen ersten Blick in die Geheimnisse des Kellers und des Kellermeisters erlaubt. Jetzt erhält der Jungwein den letzten Schliff. Für uns ist es ein besonderer Anlass für besondere Gäste. Wir freuen uns darüber besonders, wenn sie sich für Wein interessieren“, begrüßte Direktorin Andrea Kager-Schwar die zahlreichen Weinfreundinnen und Weinfreunde im Bischöflichen Seggauer Weinkeller.


Erfolgreiche Zusammenarbeit

Seit dem Jahr 2023 gäbe es, so Kager-Schwar, eine äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Silberberg und Dir. Reinhold Holler, dem Önologen Karl Menhart sowie mit dem Kellermeister Andreas Lobe. „Unsere Weine erzielen immer wieder ganz tolle Bewertungen und Plätze bei Weinwettbewerben. Ich konnte schon vor der heutigen Fassprobenverkostung die Weine kosten und freue mich sehr über den ausgezeichneten Weinjahrgang!“, zog Kager-Schwar zufrieden Bilanz und lobte das Seggauer Team rund um Petra Lakner und Ursula Lechenauer für deren Arbeit.


Lob für Kellermeister Andreas Lobe und Önologe Karl Menhart sowie das gesamte Seggauer Team gab es von Dir. Kager-Schwar
Lob für Kellermeister Andreas Lobe und Önologe Karl Menhart sowie das gesamte Seggauer Team gab es von Dir. Kager-Schwar

Zur Verkostung bereit standen gleich 10 Fassproben des Weingutes Schloss Seggau in einem noch frühen Reifestadium. Präsentiert und erläutert haben die Proben Önologe Menhart und Kellermeister Lobe vom Landesweingut Silberberg, das die Weingärten des Bischöflichen Weingutes bewirtschaftet und die Seggauer Weine in einem eigenen Keller im Bildungszentrum für Obst- und Weinbau in Silberberg lagert.


Önologe Karl Menhart, Dir. Andrea Kager-Schwar, Petra Lakner und Kellermeister Andreas Lobe (v.l.n.r.)  kredenzten den Teilnehmer:innen der Seggauer Fassprobenverkostung die jungen Weine des Jahrganges 2025.
Önologe Karl Menhart, Dir. Andrea Kager-Schwar, Petra Lakner und Kellermeister Andreas Lobe (v.l.n.r.) kredenzten den Teilnehmer:innen der Seggauer Fassprobenverkostung die jungen Weine des Jahrganges 2025.

Auf einer der Fläche von rund 8 Hektar reifen die Trauben für die Seggauer Weine am Wiesberg, Kogelberg, Kainberg und in der Einöd unter der steirischen Sonne heran. Alle Weingärten befinden sich im Weinbaugebiet Kitzeck-Sausal und die Reben gedeihen durchwegs auf Schieferböden.


Weine im jungen Stadium verkosten

Zur Einbegleitung bekamen die Weinfreund:innen einen Steirischen Mischsatz aus Welschriesling, Weißburgunder (je 40 %) und Muskateller (20 %) ins Glas eingeschenkt. „Für den Steirischen Mischsatz werden verschiedene Sorten in einer Lage aus Gründen der Ausfallssicherheit angepflanzt. Das Ergebnis ist eine Cuvée aus getrennt vinizierten Weinen“, so Önologe Menhart, der den Mischsatz 2025 für seine angenehme Feuchtigkeit, den Restzucker und als bevorzugten Einstiegswein mit Charme lobte.



Ein Prosit auf den Jahrgang 2025: (v.l.n.r.) Önologe Karl Menhart, Dir. Andrea Kager-Schwar, Kellermeister Andreas Lobe und Dir. Reinhold Holler



Obwohl er in Bezug auf die steirische Anbaufläche nur mehr an 2. Stelle hinter dem Sauvignon Blanc rangiert, darf der als Jausenbegleiter prädestinierte Welschriesling Südsteiermark DAC 2025 („leichte Fruchtigkeit und Säure und viel Trinkfreude!“) natürlich nicht bei der Fassprobenverkostung fehlen. Mit dem Vorgängerjahrgang 2024 konnte übrigens bei der International Wine Challenge AWC Vienna, der größten offiziell anerkannten Bewertung der Welt, im Konzert von 9.952 Weinproben aus 41 Ländern aller Kontinente im internationalen Vergleich sogar ein Kategorien-Sieg errungen werden.


Weißburgunder aus dem Fass


Der sortentypische Weißburgunder Südsteiermark DAC 2025 präsentierte sich dem Publikum sehr fruchtig, nussig mit schöner Säure und gutem Trinkfluss.
Der sortentypische Weißburgunder Südsteiermark DAC 2025 präsentierte sich dem Publikum sehr fruchtig, nussig mit schöner Säure und gutem Trinkfluss.

Aromatische Sorten

Den verheißungsvollen Beginn unter den aromatischen Sorten machte der Ortswein Kitzeck-Sausal Riesling DAC 2025, für den die Trauben auf Schiefer Verwitterungsböden in der höchstgelegenen steirischen Ortweinregion herangewachsen sind. "Zur Koralpe in Richtung Westen ist der Weingarten im höher gelegenen Kitzeck-Sausal offen, was ihm kühle Winde beschert. Das widerspiegelt sich in einer frischen Fruchtigkeit und Kräuternase sowie in einer animierenden stahligen Säure“, so die Beschreibung des Önologen.


Der Weinjahrgang 2025

„Mit dem Jahrgang 2025 ist es uns gelungen, eine sehr gute Qualität auch bei einer qualitativ sehr guten Ernte in den Keller zu bringen! Der heiße Sommer sorgte für eine frühe Ernte. Im niederschlagsreicheren September sind die Temperaturen gefallen und Fäulnisdruck ist entstanden. Dafür gab es keinen Spätfrost und in der Erntezeit wenig Niederschlag, aber insgesamt ein kühleres Jahr“, erinnerte sich der Kellermeister.


Die Hauptsorte der Steiermark

Die 5. Probe war der steirischen Hauptsorte gewidmet. "Der vielversprechende Sauvignon Blanc Südsteiermark 2025 DAC, für den die Trauben im besonderen Mikroklima, das die Aromatik einfägt, auf dem Wiesberg gedeihen. Es war eine Jungfernlese, die durch Vielschichtigkeit besticht!", so der Fachmann. Der Muskateller Südsteiermark DAC 2025 glänzte mit prächtiger Aromatik und erinnerte an Kräuter, Orangen- und Zitrus-Zesten.

Ab in die Rieden

In der österreichischen Qualitätspyramide ganz oben stehen Riedenweine. So auch der fruchtige, kräftige Grauburgunder Ried Einöd DAC 2025, der nach dieser Ernte aufgrund des hohen Alters der Anlage, die als Eindrahtkultur begonnen hat, gerodet wird. Ebenfalls aus der Ried Einöd an der Römerstraße stammen die Trauben für den Sauvignon Blanc Ried Einöd DAC 2025. Er reift bis zu einem Jahr im Holzfass, liegt zwei Jahre auf der Maische. Die rauchige Aromatik und hoch konzentrierte Frucht erinnern an Johannisbeeren und bauen am Gaumen viel Druck auf.


Im herrlichen Ambiente des rund 340 Jahre alten barocken Weinkellers schmeckten die jungen Tropfen noch besser.
Im herrlichen Ambiente des rund 340 Jahre alten barocken Weinkellers schmeckten die jungen Tropfen noch besser.

Spezialitäten zum großen Finale

Eine besondere Spezialität des Bischöflichen Weingutes ist der Messwein. Er ist ein naturbelassener Wein, der beim Jahrgang 2025 zu 40 % aus Weißburgunder, 10 % Traminer, sowie je 25% Riesling und Muskateller besteht. Die Überraschung war zu guter Letzt ein Muskateller Port, der als Likörwein ausgebaut wird, unserem Berichterstatter an türkischen Honig erinnerte, und zurzeit noch nicht auf dem Markt ist. „Das ist ähnlich wie bei einem Portwein. Auf der Maische vergären weiße Trauben, die mit der Schale wie Rotwein vergoren werden. Der Traubensaft hat dann 100 g Restzucker und hat am Schluss nach der Gärung 17 Volumsprozent Alkohol, wodurch die Gärung im Rotweinkeller schließlich abgestoppt wird“. Der hohe Restzucker wird mit viel Alkohol abgepuffert!", erläutert der Experte. Fazit der Fassprobenverkostung: Der Weinjahrgang 2025 hat viel zu bieten und trifft den Geschmack der Weinfreund:innen.


Fotocredit: Heribert G. Kindermann, MA

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