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Seniorenbund: Der Enkel-Einsatz ist "unbezahlbar"

  • 8. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit



In der Steiermark beginnt wieder das Schulleben – und mit ihm sind viele Großeltern wieder stark als bewährte Betreuer:innen gefragt. Bundesrat Ernest Schwindsackl, Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes: "Omas und Opas erbringen damit eine monetäre Leistung, die viel mehr Wertschätzung in unserer Gesellschaft verdient!“


Der September bringt nicht nur den Schulbeginn, sondern auch eine stille, oft als

selbstverständlich betrachtete, große Mobilisierung: Omas und Opas, in der Mehrzahl

natürlich Senioren:innen, übernehmen wieder höchst verlässlich Enkel-Service aller Art,

springen ein, wenn Eltern bei der Arbeit sind, und halten mit großem Einsatz das soziale

Gefüge der Familie zusammen.


Systemerhaltende Enkelbetreuung

Die Generationsbefragung von Statistik Austria lieferte beeindruckende Zahlen und Fakten

zu diesem Thema: Rund 60 % der Großeltern, also etwa zwei Drittel, übernehmen

regelmäßig Betreuungsaufgaben für ihre Enkelkinder. "Auch wenn das Opa und Oma meistens sehr gerne tun – es ist kein Freizeitvergnügen, sondern ein enormer Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft“, sagt LO Schwindsackl. Man stelle sich vor, diese erbrachten Leistungen müssten von professionellen Kräften übernommen werden, - unser Sozialsystem wäre heillos überfordert.


Mehr als ein Kostenfaktor

Der Landesobmann nimmt in diesem Zusammenhang auch Bezug auf ein aktuelles Thema:

"In unserem Land wird wieder einmal heftig über Pensionen diskutiert – über Anpassungen,

Finanzierungslasten und manch Anderes. Oft schwingt dabei der Unterton mit, ältere

Menschen seien primär ein Kostenfaktor. Dem müssen wir vehement widersprechen!“

Schwindsackl weiter: "Ich ärgere mich immer wieder über Aussagen, dass die Pensionen ein

Loch reißen würden. Aber kaum jemand redet über die gewaltigen Leistungen, die wir

Älteren schon erbracht haben und tagtäglich noch einbringen. Ob Kinderbetreuung, Pflege

oder Ehrenamt – das alles spart viel Geld und macht unser Land menschlicher.“


Bedeutendes Engagement

Für viele Senioren/innen sei die anstehende Pensionsanpassung von rund 2,7% keine

abstrakte Zahl, sondern eine existenzielle Frage. Schwindsackl: "Wir reden über Menschen,

die ein Leben lang gearbeitet und ins System eingezahlt haben, Kinder großgezogen und

auch nach dem Erwerbsleben noch enorme Beiträge leisten. Sie verdienen Respekt und

finanzielle Sicherheit – nicht Misstrauen, Neid und altersdiskriminierende Maßnahmen.“

Rund ein Drittel aller freiwilligen Arbeitsstunden kommt von Menschen über 60 Jahren. In

der Steiermark sind dies rund 362.000 Personen! Sie engagieren sich auch bei der

Feuerwehr, Rettung, im Sportverein, in der Kultur, in der Nachbarschaftshilfe und in den

Seniorenverbänden ehrenamtlich! "Wenn wir Senioren/innen morgen die Arbeit

niederlegen würden, käme das öffentliche Leben in vielen Regionen ganz schnell zum

Stillstand", warnt der Seniorenlandesobmann.


Rückgrat der Gesellschaft

"Wer nur auf die Kosten schaut, sieht nur einen Teil der Wahrheit. Wir Senioren:innen sind

kein Belastungsfaktor, wir sind ein Rückgrat dieser Gesellschaft!" Bundesrat Schwindsackl

plädiert für eine neue Kultur der Anerkennung: "Wir wollen nicht als „Altlast“ gesehen

werden, sondern als Ressource, die Erfahrung, Zeit und Herzblut einbringt.“

Mit Blick auf das neue Schuljahr richtet Schwindsackl einen Appell an Politik und

Gesellschaft: "Wir bringen Kinder sicher nach Hause, helfen bei den Hausaufgaben, hören zu

und sind da, damit viele Mütter wieder in die Vollarbeitszeit einsteigen können!"


Fotocredits: ÖVP-Christian Georgescu

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