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Seniorenbund: Die Wahrheit über Pensionskosten

vor 5 Minuten
2 Min. Lesezeit

Wenn über die Pensionen in Österreich diskutiert wird, fallen oft alarmierende Zahlen: 36 Milliarden Euro staatlicher Zuschuss, ein Viertel des gesamten Budgets, Tendenz steigend. Doch diese Zahlen zeichnen ein verzerrtes Bild, wie Seniorenbund-Präsidentin Ingrid

Korosec und Landesobmann Bundesrat Ernest Schwindsackl nun aufzeigten.


„Rund 23 Prozent dessen, was als Pensionskosten ausgewiesen wird, hat mit Pensionen nichts zu tun", stellte Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, bei einem Pressegespräch auf der Murinsel klar. Der tatsächliche staatliche Zuschuss für Pensionen belaufe sich auf 27,8 Milliarden Euro statt der oft genannten 36 Milliarden, das

entspricht einer Differenz von 8,2 Milliarden Euro.


Steiermarkzahlen

Für die Steiermark bedeutet dies konkret: Von den ausgewiesenen 2,6 Milliarden Euro haben 700 Millionen Euro nichts mit Pensionen zu tun, sondern sind Sozialleistungen. „Diese Vermischung führt zu einer gefährlichen Verunsicherung", so Korosec. „Junge und Alte werden gegeneinander ausgespielt, der Generationenvertrag gerät in Gefahr“.

In der Steiermark beziehen derzeit 348.129 Menschen eine gesetzliche Pension – das sind 13,4 Prozent aller Pensionen in Österreich. Besonders betroffen ist das Bundesland bei den Ausgleichszulagen: 36.186 Steirerinnen und Steirer benötigen diese Unterstützung zur

Armutsbekämpfung, das sind 19 Prozent aller Bezieherinnen und Bezieherösterreichweit. Allein diese Ausgleichszulagen schlagen in der Steiermark mit 248 Millionen Euro zu Buche - Geld, das nichts mit den eigentlichen Pensionskosten zu tun hat.


Was nicht zu den Pensionen zählt

In den staatlichen „Pensionstopf" fließen zahlreiche Leistungen, die andere Zwecke erfüllen: Ausgleichszulagen zur Armutsbekämpfung (1,3 Milliarden), Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation (1,8 Milliarden), Kosten für Kindererziehung (0,4 Milliarden) oder der Zivildienst (0,1 Milliarden). „Diese Leistungen sind wichtig und richtig", betonte Korosec, „aber wir müssen endlich zwischen echten Pensionskosten und Sozialleistungen unterscheiden."


„Es braucht eine faktenbasierte Diskussion statt Alarmismus", erklärte die Präsidentin. „Nur so können wir verhindern, dass falsche Zahlen zu falschen Rückschlüssen führen und das Vertrauen in unser Pensionssystem erschüttern."


Unermüdlicher Einsatz

Bundesrat Ernest Schwindsackl, Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes, verwies auf die unverzichtbaren Leistungen der älteren Generation: „Unsere Seniorinnen und Senioren engagieren sich in der Angehörigenpflege, betreuen ihre Enkel, sind aktiv in Sportvereinen, Kulturinitiativen, karitativen Organisationen und Blaulichtorganisationen.

Allein beim Steirischen Seniorenbund sind getreu dem Motto ‚Gemeinsam statt einsam' 2.434 Funktionärinnen und Funktionäre aktiv. Sie alle halten unser Gemeinwesen mit am Laufen."


Die Zahlen geben ihm recht: Österreichweit leisten Pensionistinnen und Pensionisten ehrenamtliche Arbeit im Wert von 9 Milliarden Euro jährlich –davon 2,6 Milliarden durch direkte ehrenamtliche Tätigkeiten und 6,4 Milliarden durch Pflegeleistungen. Gleichzeitig tragen sie mit 21,7 Milliarden Euro erheblich zum Steueraufkommen bei.


Historische Perspektive gibt Entwarnung

Ein Blick in die Geschichte zeigt: Das System ist stabiler als oft behauptet. Seit Einführung des ASVG 1956 war politisch eine Finanzierung durch je ein Drittel von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Staat vorgesehen. Dieses Drittel wurde nur zweimal überschritten, das war 1975 und 1977. Derzeit liegt der staatliche Anteil bei 27,96 Prozent und damit deutlich unter der ursprünglich vorgesehenen Obergrenze.

Die zentrale Forderung des Seniorenbundes ist klar: „Pensionskosten in den Pensionstopf, Sozialleistungen in den Sozialtopf", brachte es Korosec auf den Punkt. Nur so könne eine ehrliche Debatte über die Zukunft der Pensionen geführt werden – eine Debatte, die auf Fakten basiert statt auf Mythen.

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