Spatenstich für Jahrhundertprojekt in der Erzherzog-Johann‑Kaserne Straß
- la6098
- 13. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Sept. 2025

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner persönlich gab am 12. September 2025 in der Erzherzog-Johann‑Kaserne in Straß in Steiermark den Startschuss für ein 10,5 Millionen Euro Projekt. Das in 14-monatiger Bauzeit entstehende Werkstättengebäude wird modernsten Standards entsprechen und für Instandhaltung, Reparatur und Überprüfung bestehender und neu angeschaffter Fahrzeuge und Waffensysteme genutzt.
Lange Liste an Ehrengästen
Im Garagenbezirk der Straßer Erzherzog-Johann-Kaserne war an diesem besonderen Feiertag alles aufgeboten worden, was Rang und Namen hat. Die lange Riege der Ehrengäste führten u.a. NRabg. Bgm. Joachim Schnabel, BR Bernadette Kerschler, LAbg. Stefan Resch, Militärkommandant Heinz Zöllner, Brigadier Christian Habersatter, Bgm. Karl Lautner, oder Vizebürgermeisterin Romana Huhs-Vehovec an und spiegelte die enorme Bedeutung des Baus des neuen Werkstättengebäudes wider.

Nach dem Einmarsch der Militärmusik Steiermark, des von Stefan Weber angeführten Kaderpersonals sowie von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, dem Straßer Kommandanten Oberst Georg Pilz und von LAbg. Stefan Resch konnte der Festakt mit der Meldung von Christian Tinnacher an die Ministerin, dem Abschreiten der Front und der Flaggenparade beginnen.
Blick zurück des Kasernenkommandanten
„Gut Ding brauchst Weile! Hervorragende Dinge brauchen offenbar länger. So darf ich heute über den Bau des Werkstättengebäudes von einem Jahrhundertprojekt sprechen, das bis auf das Jahr 1993 zurückgeht, als der erste Antrag dafür noch vom damaligen Landwehrstammregiment unter Oberst Puntigam gestellt worden war!“, erinnerte Oberst Georg Pilz, Kommandant des Jägerbataillons 17, an die lange Vorlaufzeit bis zum Spatenstich.
Der Erfolg habe, so Pilz, bekanntlich viele Väter und eine Mutter. So freue er sich voller Stolz die Bundesministerin und zahlreiche Ehrengäste in Straß begrüßen zu dürfen. „Für das Jahrhundertprojekt besteht seit 1993 der Wunsch und auch der begründete Bedarf für die Errichtung eines Werkstättengebäudes. Das Zu-Tode-Sparen des Bundesheeres hat den Baubeginn lange verhindert. Doch mit der Zeitenwende hat sich das Sicherheitsumfeld radikal geändert. Ebenso wie das politische Bekenntnis zum Bundesheer, das durch ein Tal der Tränen musste, aber nun unter dem Motto `Mission vorwärts` zukunftsfit gemacht wird!“, resümierte Kommandant Pilz.
Die neue Werkstätte werde, so Pilz weiter, alle wichtigen funktionellen Bestandteile für die Straßer Kaserne an einem Ort konzentrieren und „einen gewaltigen und qualitativen Schritt vorwärts bringen“. Schließlich gelte es, die Einsatzbereitschaft im Kompetenzzentrum Panter Evolution hoch zu halten und ein modernes Gefechtsfahrzeug am Standort in Straß Instand setzen zu können. Die Fahrschulausbildung, die Logistik und die Instandsetzung sind damit künftig bei Jägerbataillon 17 vereint. Mit dem Spruch „Was lange währt, wird endlich gut“, schloss der Straßer Kommandant seine Ansprache.
Meilenstein im Zuge der „Mission vorwärts“
Heeresimmobiliendirektor Johannes Sailer, Leiter der Direktion 7 Infrastruktur, die mit der Durchführung des Projekts betraut ist, sah in dem Neubau einen Meilenstein im Zuge der „Mission vorwärts“ und ein langes Ringen um den Standort für das Werkstättengebäude. Die Verteidigungsministerin habe, so Sailer, das Projekt erst möglich gemacht. Der Bau sei jedenfalls eine Herausforderung, weil es gelte, in dem Komplex Werkstätten für neu zu beschaffende Pandur Panzer und die bislang verstreute Werkstätten unter einem Dach zu vereinen.
Die Werkstätte mit einer Grundfläche von 2.500 Quadratmetern wird in Massivbauweise aus Ortbeton sowie vorgefertigten Bauteilen mit einem Wärmedämmverbundsystem errichtet. Sie ist so ausgelegt, dass sie den steigenden Anforderungen neuer Fahrzeuge und Ausrüstungen gerecht wird. Mit der neuen Infrastruktur können pro Jahr rund 400 Fahrzeuge, 800 Waffen und 500 Kommunikationssysteme geprüft, repariert und Instand gesetzt werden. „Der Neubau wird mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet und ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Dazu zählen auch eine Photovoltaik-Anlage für die Versorgung der Kaserne und eine Schlosserei. Wir schaffen Infrastruktur für unser Heer!“, so Sailer.
Meilenstein für Weiterentwicklung des Heeres
Für die Ministerin war es aufgrund der vielen Versäumnisse in der Vergangenheit „ein besonderer Spatenstich“. Mittlerweile sei man aber „wachgerüttelt worden. Seit ihrem Amtsantritt am 7. Jänner 2020 sei es, so Tanner, „ein steiniger Weg zu einer modernen Armee“ und es werde weiter herausfordernd bleiben. Ein bereits verstorbenen Amtsvorgänger habe ihr geraten, „die Mutter von der Truppe zu werden!“.
„Mit der Errichtung dieser hochmodernen Werkstätte setzen wir einen bedeutenden Meilenstein für die Weiterentwicklung unseres Bundesheeres. Ich danke allen, die dieses Projekt von der Planung bis zur Umsetzung ermöglicht haben. Diese Investition stärkt nicht nur die Einsatzbereitschaft unserer Truppe, sondern unterstreicht auch unser klares Bekenntnis zur Modernisierung und Zukunftsfähigkeit der österreichischen Landesverteidigung“, betonte Verteidigungsministerin Tanner. „Es ist die Aufgabe des Österreichischen Bundesheeres und der Gesellschaft, Frieden, Freiheit, Sicherheit in Demokratie zu leben und zu verteidigen. Dafür müssen wir dem Bundesheer die nötigen Mittel in die Hand geben. In diesem Fall sind es 10,5 Mio. Euro. Unterstützen wir unser Heer an jeder Stelle dieses Landes nicht nur an Feiertagen!“, mahnte Tanner.

Symbolischer Griff zum Spaten

Die Verteidigungsministerin setzte gemeinsam mit mehreren Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Militär den symbolischen ersten Schritt für den lange ersehnten Bau des neuen Werkstättengebäudes, das bis Dezember 2026 fertig sein soll.
Fotocredits: Heribert G. Kindermann, MA























