Steirische Exportwirtschaft mit stabilem Ergebnis 2025
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Der heimische Außenhandel verzeichnete im vergangenen Jahr angesichts zahlreicher Herausforderungen ein beachtliches Ergebnis. Insgesamt sanken die steirischen Exporte im Vergleich zu 2024 um 275 Millionen Euro (minus 1,0 Prozent) auf 28,2 Milliarden Euro, das Minus fiel damit aber geringer aus als in anderen Industrie-Bundesländern. Das Volumen der Exporte nach Deutschland – mit großem Abstand der wichtigste Handelspartner der Steiermark – stieg um 145 Millionen Euro (plus 1,9 Prozent) auf 7,6 Milliarden Euro.
„Export ist der Treibstoff unseres Wohlstands. Die Hälfte der steirischen Wertschöpfung erwirtschaften wir auf internationalen Märkten. Die heimische Wirtschaft kann also nur wachsen, wenn unsere Unternehmen entsprechende Exporterfolge erzielen. Angesichts der schwierigen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ist die Bilanz 2025 äußerst respektabel. Unsere exportorientierten Betriebe haben sich trotz großer Herausforderungen als sehr resilient erwiesen, auch im Vergleich mit anderen Bundesländern. Besonders erfreulich ist, dass die Exporte nach Deutschland deutlich zugelegt haben und wir auch auf anderen Märkten im EU-Raum Zuwächse erzielen konnten. Es gilt daher einerseits, Europa noch stärker als einen Raum der Chancen für unsere Wirtschaft zu begreifen und andererseits auch konsequent Zukunftsmärkte außerhalb Europas zu bearbeiten“ so Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer.
Josef Herk, Präsident WKO Steiermark: „Der Außenhandel ist für die Steiermark kein Zusatzgeschäft, sondern die Lebensader unseres Wohlstands – rund jeder zweite Euro an Wertschöpfung entsteht auf Auslandsmärkten. Dass wir 2025 trotz Krisenumfelds Exporte von 28,2 Milliarden Euro erreichen, zeigt die Stärke unserer Betriebe, für die wir – im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit – dringend die Rahmenbedingungen, speziell was Arbeits- und Energiekosten betrifft, weiter verbessern müssen. Um sich in diesem herausfordernden Umfeld durchsetzen zu können, bieten wir unseren Betrieben ein dichtes Unterstützungs-netz: vom ICS über maßgeschneiderte Exportberatung bis hin zu unserem weltweit tätigen Netzwerk der Außenwirtschaft Austria mit rund 100 Stützpunkten in 70 Ländern.“
Kurt Maier, Präsident der IV-Steiermark: „Die steirische Industrie behauptet sich weiterhin in einem äußerst schwierigen internationalen Umfeld, aber die Dynamik hat spürbar nachgelassen. Der leichte Rückgang der Warenexporte ist kein Alarmsignal, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass geopolitische Unsicherheiten, schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten und hohe Standortkosten anhaltend auf unsere exportorientierten Leitbetriebe drücken. Für die Industrie ist entscheidend, dass die Politik die richtigen Schlüsse zieht. Wir brauchen wieder mehr Wendigkeit und die erreichen wir durch geringere Kosten und weniger Bürokratie im eigenen Land sowie einen Staat, der durch strukturelle Reformen, die Steuer- und Abgabenlast senkt.“
Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel in der Wirtschaftskammer Steiermark: „Die vorliegende Außenhandelsbilanz zeigt: Unsere Unternehmen behaupten sich, doch der Wettbewerb wird mit Blick auf unsere Lohnstückkosten härter – hier sind sich, mit Blick auf die bevorstehenden KV-Verhandlungen, hoffentlich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst. Dazu verschieben sich Absatzmärkte rasant – etwa hin zu Japan oder Polen, wobei Deutschland als wichtigster Markt ebenfalls Zuwächse verzeichnet. Gerade jetzt braucht die Steiermark eine klare Außenhandelsstrategie, Mut zu neuen Märkten und verlässliche internationale Handelsabkommen, die Zölle senken und faire Regeln schaffen. Das Landesgremium Außenhandel unterstützt Betriebe mit praxisnaher Beratung, Markt-Checks, Trainings, Delegationsreisen und Kontakten zu Partnern vor Ort – von der ersten Idee bis zum Vertragsabschluss im Ausland.“

Die steirischen Warenexporte sind 2025 um 275 Millionen Euro bzw. ein Prozent auf 28,2 Milliarden Euro gesunken. Im Bundesländervergleich liegt die Steiermark damit auf dem vierten Platz hinter Oberösterreich, Niederösterreich und Wien, die allesamt stärkere Rückgänge als die Steiermark zu verzeichnen hatten.
Deutschland ist weiterhin einsamer Spitzenreiter der steirischen Exportmärkte. Mit 7,6 Milliarden Euro (plus 1,9 Prozent gegenüber 2024) ging mehr als ein Viertel der heimischen Exporte nach Deutschland. Auf Platz zwei folgen die USA mit 3,8 Milliarden Euro (+0,9 Prozent), an der dritten Stelle liegt Italien mit 1,7 Milliarden Euro (minus 0,4 Prozent). Besonders positiv entwickelten sich Japan mit plus 30,1 Prozent auf 734 Millionen Euro und Polen mit plus 10,8 Prozent auf 876 Millionen Euro. Hingegen verzeichneten Großbritannien mit minus 35,3 Prozent auf 736 Millionen Euro sowie China mit minus 29,5 Prozent auf 1 Milliarde Euro erhebliche Rückgänge.
Im Hinblick auf die Exportprodukte gab es 2025 ein unterschiedliches Bild. Während sich die Produktgruppen „Pharmazeutische Erzeugnisse“ (+23,6 Prozent) sowie „Holz und Holzwaren“ (+11,9 Prozent) positiv entwickelten, gab es etwa bei „Waren aus Eisen und Stahl“ (minus 12,9 Prozent) sowie „Eisen und Stahl“ (minus 5,9 Prozent) Rückgänge.
„Fahrzeuge bzw. Fahrzeugteile“ sind weiterhin die wichtigste Warengruppe der Steiermark. Mit 5,5 Milliarden Euro waren sie im Jahr 2025 für 19,6 Prozent aller heimischen Exporte verantwortlich. Dahinter folgten „Maschinen und mechanische Geräte“ (4,3 Milliarden Euro bzw. 15 Prozent) sowie „Elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren“ (2,8 Milliarden Euro bzw. 10 Prozent).



