Tag der Demenz im Landespflegezentrum Bad Radkersburg

„Dialog gegen die Einsamkeit“ – unter diesem Motto stand am 6. Oktober 2026 der diesjährige Tag der Demenz im Landespflegezentrum Bad Radkersburg. Die bereits zum zweiten Mal stattfindende Veranstaltung widmete sich einem wichtigen und zugleich sehr sensiblen Thema: dem Leben mit Demenz und der Bedeutung von Begegnung, Verständnis und Gemeinschaft.
In Kooperation mit der Institution Needs, dem Seelsorgeraum Sonnenland Südost, der
Katholischen Kirche Steiermark und dem Hospizteam Steiermark wurde auch heuer
wieder ein Rahmen geschaffen, um Bewusstsein für die Herausforderungen rund um
Demenz zu schaffen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse: Zahlreiche Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam ein Zeichen gegen Einsamkeit und Ausgrenzung zu setzen.
Der Tag der Demenz im LPZ Bad Radkersburg hat gezeigt, wie wichtig Wissen, Begegnung und ein offener Austausch sind. Demenz und Delir fordern uns in der Langzeitpflege ebenso wie im Akutbereich. Entscheidend ist, Veränderungen aufmerksam wahrzunehmen und jeden Menschen mit Würde und Respekt zu begleiten.
Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diese Haltung täglich mit Leben füllen. Eveline Brandstätter, MSc – Direktorin für Pflege in der KAGes

Auszeichnungen für besondere Kompetenz und Engagement
Im Rahmen der Veranstaltung wurde das Landespflegezentrum Bad Radkersburg von der MAS Akademie für seine besondere Demenz-Kompetenz ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt das Engagement und die fachliche Kompetenz des Teams im Umgang mit Menschen mit Demenz sowie den Einsatz für eine wertschätzende und bedürfnisorientierte Betreuung.
Darüber hinaus erhielt das Landespflegezentrum das Gütesiegel „Mobilität fördern“ von Styria Vitalis. Die Auszeichnung betont das Engagement der Mitarbeitenden, die Mobilität und Selbstständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner zu fördern und Bewegung aktiv in den Alltag zu integrieren.

Fachliche Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven
Mag. Peter Rosegger, MBA, Geschäftsführer Netzwerk Demenz Steiermark, gab in seinem Vortrag „Demenz – mehr als nur Vergessen“ einen Einblick in das Thema Demenz. Er erklärte die verschiedenen Formen der Erkrankung und zeigte auf, welche Herausforderungen damit für Betroffene und ihre Angehörigen verbunden sind. Dabei
wurde deutlich, dass Demenz weit mehr als eine Vergesslichkeit ist. Auch Wahrnehmung,
Sprache und die Bewältigung des Alltags können sich verändern. Besonders wichtig ist daher eine frühzeitige Information, ein guter Umgang mit der Erkrankung und die
Unterstützung der Selbstständigkeit und Selbstbestimmung der Betroffenen.
Prim. Dr. Christian Jagsch, Abteilungsvorstand für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie am LKH Graz II sowie Alterspsychiater, Altersmediziner und Alterspsychotherapeut, sprach über die Entstehung von Gedächtnisstörungen, mögliche Ursachen sowie die Abklärung und Behandlung. Ein wichtiger Aspekt sind auch die Maßnahmen zur Prävention während der gesamten Lebensspanne, um Vergesslichkeit im höheren Alter zu reduzieren.
Maria Pieberl-Hatz, Pastoralreferentin der Katholischen Kirche Steiermark, widmete sich
in ihrem Vortrag „Das biblische Spiel“ der spirituellen Begleitung von Menschen mit
Demenz. Dabei zeigte sie auf, wie biblische Geschichten und Symbole in der Betreuung
unterstützend eingesetzt werden können. Zum Abschluss lud sie die Teilnehmer*innen
zum gemeinsamen Singen ein.

Austausch und Begegnung im Mittelpunkt
Ergänzend zu den Vorträgen boten verschiedene Infostände die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren. Expert*innen standen für Fragen zur Verfügung, gaben Materialien weiter und boten praktische Tipps für den Alltag. Neben den fachlichen Inhalten bot die Veranstaltung Raum für Gespräche, Austausch und Vernetzung. Besucher*innen konnten sich mit Expert*innen austauschen, Informationen mitnehmen und neue Perspektiven für den Alltag mit Demenz gewinnen.
Dipl. KH.BW DI Robert Graf-Stelzl, Heimleiter im Landespflegezentrum Bad Radkersburg, und Dijana Baranja, Pflegedienstleitung, zeigten sich überwältigt vom zahlreichen Besuch und der positiven Resonanz. „Es ist schön zu sehen, dass so viele Menschen gemeinsam ein Zeichen für mehr Verständnis und Miteinander im Umgang mit Demenz setzen. Das zeigt, wie wichtig es ist, über Demenz zu sprechen, Wissen zu teilen und Netzwerke zu schaffen. Nur gemeinsam können wir Betroffenen und ihren Angehörigen das Gefühl geben, nicht allein zu sein“, sagte Dijana Baranja.



