Veranstaltung zum Internationalen Frauentag: steirische Pionierinnen im Zentrum
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Die Veranstaltung „Frauen und die Macht der Sichtbarkeit“ stellte am 3. März 2026 Pionierinnen aus der Steiermark in den Mittelpunkt. Der Verein Female Leaders Initiative (FELIN) und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom luden in das Grazer Kunsthaus ein.
Öffentliche Wahrnehmung hat enorme Bedeutung: „Wenn Frauen nicht gesehen werden, können sie keine Vorbilder sein. Aber: Junge Mädchen brauchen genau diese Vorbilder“, betonte Landeshauptfrau-Stv. Manuela Kohm in ihrer Eröffnungsrede. Sie appellierte an die Besucher:innen, an einer Gesellschaft zu arbeiten, in der Frauen gleichberechtigt sichtbar sind und Brücken zwischen den Geschlechtern zu bauen.

Das große Interesse an einem konstruktiven Austausch sowie einer intensiveren Vernetzung zwischen den Branchen wurde durch die anwesenden Gäste aus Politik, Medien, Wirtschaft und NGOs unterstrichen. Die Landtagsabgeordneten Klaudia Stroißnig, Silvia Karelly, Martina Kaufmann, Sandra Krautwaschl sowie Robert Reif und die Leiterin der Abteilung für Bildung und Gesellschaft des Landes Steiermark, Alexandra Nagl, lauschten interessiert der Key-Note von Life-Coach Verena Böhm, die dazu ermutigte: „Die Welt braucht uns alle!“
Podiumsdiskussion: Gleichberechtigung und Sichtbarkeit
Prominierte Gäste diskutierten mit Moderatorin Petra Rudolf über die strukturellen Hürden und die Sichtbarkeit von Frauen. Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz erklärte, sie habe selbst erfahren, wie es sei, wenn die Rollenangebote immer weniger würden, je älter man sei. Sie fordert Quoten für Regisseurinnen, wie es sie in Deutschland bereits gäbe. Besonders notwendig sei es auch, so Eva-Maria Adamer-König, Medizinerin und Institutsleiterin der FH Joanneum in Bad Gleichenberg, mehr Frauen für die Forschung zu gewinnen. Dafür müssten jedoch die Hochschulen selbst den ersten Schritt machen. „Zum Beispiel bereits während des Studiums, wo man Frauen gezielt auf Karrierepfade in der Forschung aufmerksam macht“, wie Adamer-König betonte.
Dem stimmte auch ihre Kollegin, Elisabeth Lex, Professorin und Studiendekanin der TU Graz zu. „Oft ist es nicht das Wissen, sondern das Selbstvertrauen, das fehlt.“, konstatierte Lex.
Die ehemalige Skirennläuferin Nicole „Nici“ Schmidhofer mahnte auch bei den Medien entsprechende Verantwortung ein, da es hier vor allem im Sport Aufholbedarf gebe. „Bei den Herren reicht der Podestplatz für die Titelseite – bei den Frauen nicht einmal der Weltcup-Sieg“, kritisierte Schmidhofer.
Die erste berufsausübende Ärztin in Graz, Oktavia Aigner-Rollett, ist der Ausgangspunkt einer Ausstellung von FELIN, die die Geschäftsführerin Katrin Fischer präsentiert. Sie meint, dass diese Geschichte bis heute fortgeschrieben werde: „Auch 2026 braucht es Menschen, die Mauern nicht einfach akzeptieren, nur weil sie schon lange stehen. Mit dieser Ausstellung machen wir jene Frauen sichtbar, die in der heutigen Zeit im Gesundheitsbereich neue Wege gehen“, freute sich Fischer.
Die Wanderausstellung zeigt weibliche Vorbilder in Pflegeeinrichtungen, Forschungszentren, Apotheken sowie im ehrenamtlichen Gesundheitsdienst und soll viele Menschen erreichen.



