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Zwei Städte, zwölf Lichterlebnisse: Das Water & Light Festival beginnt

vor 42 Minuten
5 Min. Lesezeit

Vom 15. bis 25. Oktober 2026 laden Gornja Radgona und Bad Radkersburg zu einem abendlichen Spaziergang zwischen Lichtinstallationen ein, die Kunst, Wasser, Natur und Wissenschaft verbinden. Das grenzüberschreitende Lichtkunst-Festival ist täglich von 18 bis 22 Uhr bei freiem Eintritt zu erleben.


Bad Radkersburg, 15. Oktober 2026 – Zwölf Lichtinstallationen, zwei Städte und elf Abende zum Entdecken: Das Water & Light Festival verwandelt vertraute Straßen, Plätze und weitere Schauplätze auf beiden Seiten der Mur in Orte künstlerischer Erlebnisse. Es lädt dazu ein, der Festivalroute zu folgen, die Grenze zu überqueren und die beiden Städte in einem neuen Licht zu entdecken. Als Inspiration für die Installationen dienen Wasser, Naturphänomene und Geschichten, die das Leben in dieser Region seit Jahrhunderten prägen.


Das Festival wurde heute bei einer Pressekonferenz im Congresszentrum Zehnerhaus in Bad Radkersburg vorgestellt. Der heutige Eröffnungsabend ist erst der Anfang: Bis zum 25. Oktober können Besucherinnen und Besucher die Schauplätze in ihrem eigenen Tempo erkunden, bei einzelnen Werken verweilen und ihren Abendspaziergang auch auf die andere Seite der Mur ausdehnen.



Zwei Städte, ein gemeinsames Erlebnis

Das Water & Light Festival verbindet die beiden Städte durch ein Erlebnis, das dazu anregt, abseits der gewohnten Wege auf Entdeckungsreise zu gehen. Wasser, das die Entwicklung der Region maßgeblich geprägt hat, wird dabei zum Ausgangspunkt für Lichtkunst und eine gemeinsame Festivalgeschichte.


Mag. Karl Lautner, Bürgermeister der Stadtgemeinde Bad Radkersburg, betonte:

„Mit dem Water & Light Festival setzen wir ein starkes Zeichen für unsere Stadt und die gesamte Region. Wasser prägt Bad Radkersburg seit jeher – unsere Geschichte, unsere Identität und nicht zuletzt unsere wirtschaftliche Entwicklung. Wir leben mit dem Wasser und in vielerlei Hinsicht auch vom Wasser. Mit diesem Festival machen wir diese besondere Verbindung auf völlig neue und faszinierende Weise sichtbar. Besonders stolz macht mich, dass wir dieses außergewöhnliche Vorhaben gemeinsam mit unseren slowenischen Nachbarn im Rahmen des EU-geförderten Interreg-Projekts deProfundis verwirklichen konnten. Das Festival zeigt, was möglich ist, wenn wir über Grenzen hinweg zusammenarbeiten, unsere gemeinsamen Stärken nutzen und den Mut haben, neue Wege zu gehen. Hier wird Europa nicht nur diskutiert, sondern tatsächlich gelebt“


Die Chancen, die das Festival für Gornja Radgona und die gemeinsame Entwicklung beider Städte eröffnet, hob Urška Mauko Tuš, Bürgermeisterin der Gemeinde Gornja Radgona, hervor:


„Das Festival bietet eine bedeutende Chance für Gornja Radgona, sein Umland und die gesamte Region, denn es vermittelt unser außergewöhnliches Naturerbe – von den Säuerlingen und Mofetten bis hin zum Thermal- und Mineralwasser – durch künstlerische Interpretationen auf innovative Weise mit Wasser und Licht. Einen zusätzlichen Mehrwert schafft die Zusammenarbeit von Gornja Radgona und Bad Radkersburg, zwei Zwillingsstädten, die seit Jahrzehnten zeigen, dass uns gemeinsame Chancen stärker verbinden, als uns Grenzen trennen. Zusammenarbeit gehört für uns zum Alltag. Wir sind überzeugt, dass wir gerade durch Zusammenarbeit, gemeinsame Kreativität und mutige Ideen die Zukunft beider Städte als eine verbundene, unverwechselbare und attraktive grenzüberschreitende Destination gestalten können, in der sich Kultur- und Naturerbe mit nachhaltiger Entwicklung verbinden.“



Vertraute Orte, ein neuer Blick

Das Festival lädt dazu ein, Details zu entdecken, für die im Alltagstrubel oft die Zeit fehlt. Die Lichtinstallationen lenken den Blick neu, regen die Fantasie an und geben auch Einheimischen die Gelegenheit, ihre Stadt anders zu erleben.


Hinter diesem Erlebnis stehen Monate der Vorbereitung und Abstimmung auf beiden Seiten der Grenze. Urška Farazin, MA, operative Leiterin des Congresszentrums Zehnerhaus, beschrieb die persönliche Seite der Festivalvorbereitungen:


„Wenn man monatelang plant, organisiert, telefoniert, Probleme löst und manchmal auch daran zweifelt, ob sich wirklich alles ausgehen wird, dann ist dieser Moment unglaublich emotional. Hinter diesem Festival steckt so viel Arbeit, Herzblut und Engagement. Wir haben mit einem unglaublich kleinen Team ein riesiges, grenzüberschreitendes Projekt auf die Beine gestellt. Wenn man dann sieht, wie die Installationen zum Leben erwachen und die Menschen staunen, weiß man, wofür man das alles gemacht hat.“


Dabei wünscht sie sich, dass den Besucherinnen und Besuchern neben den Lichtbildern auch ein neuer Eindruck der beiden Städte in Erinnerung bleibt:


„Ich wünsche mir, dass die Menschen unsere beiden Städte mit anderen Augen sehen. Dass sie vielleicht Orte entdecken, an denen sie schon hundertmal vorbeigegangen sind, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Und dass sie mit einem Lächeln nach Hause gehen und sagen: Das war etwas ganz Besonderes. Da möchte ich wieder hin.“



Elf Abende zum Besuchen und Entdecken

Der heutige Eröffnungsabend begann um 18:00 Uhr mit der öffentlichen Eröffnung am Hauptplatz in Bad Radkersburg. Ein gemeinsamer Countdown läutete das Einschalten der Lichtinstallationen an allen Festivalschauplätzen ein.


Bis einschließlich 25. Oktober sind die Installationen täglich von 18 bis 22 Uhr zu erleben. Besucherinnen und Besucher können die Festivalroute an einem Abend erkunden oder ihre Entdeckungsreise auf mehrere Besuche verteilen. Besondere Festivalangebote der Gastronomiebetriebe auf österreichischer und slowenischer Seite ergänzen den Spaziergang.

Der Eintritt ist frei. Der Festivalplan mit Routenvorschlag ist an beiden Infopoints erhältlich: am Hauptplatz in Bad Radkersburg und beim Museum Špital in Gornja Radgona.


Von der Naturforschung zur Lichtkunst

Hinter den Festivalerlebnissen stehen die besonderen Naturphänomene des grenzüberschreitenden Raums. Das Festival entstand im Rahmen des Projekts deProfundis und macht zum Projektabschluss wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich. Mineral- und Thermalquellen, Säuerlinge, Mofetten und die damit verbundenen Geschichten finden so auch einen künstlerischen Ausdruck.


Mag. Mojca Bedjanič, Institut der Republik Slowenien für Naturschutz, erläuterte:

„Im Rahmen des Projekts deProfundis untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute verschiedener Disziplinen die außergewöhnlichen Naturphänomene unseres grenzüberschreitenden Raums. Das Ščavnica-Tal mit dem weiteren Gebiet um Gornja Radgona und Bad Radkersburg zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Dichte und Vielfalt an Mineralquellen, Säuerlingen und Mofetten aus. Diese seltenen Naturphänomene verleihen dem Gebiet auch im europäischen Kontext einen besonderen geologischen Wert. Sie sind nicht nur Teil unseres Naturerbes, sondern haben über Jahrhunderte hinweg auch das Leben der Menschen vor Ort maßgeblich geprägt.


Ziel des Projekts war es, diese Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit auf eine andere, unmittelbar erlebbare Weise näherzubringen. Da manche Standorte in der Natur empfindlich und verletzlich sind und keinen großen Besucherandrang vertragen, ermöglicht das Water & Light Festival den Menschen, dieses Erbe durch Kunst und Erlebnisse kennenzulernen. Denn wir wissen: Nur was wir kennen, können wir wirklich wertschätzen und folglich auch schützen.


Ein großer Dank für die Umsetzung des Festivals gilt dem gesamten Team unseres Projektpartners Zehnerhaus, das die Hauptlast der Organisation und Durchführung getragen hat.


Ich bin überzeugt, dass das Festival für Gornja Radgona und Bad Radkersburg auch eine Chance bietet, neue Angebote zu schaffen, noch enger zusammenzuarbeiten und gemeinsame grenzüberschreitende Geschichten zu entwickeln, die beide Städte auch in Zukunft noch stärker verbinden werden.“


Den Naturreichtum, auf dem das Projekt aufbaut, hob auch Dr. Damijan Denac, Direktor des Instituts der Republik Slowenien für Naturschutz, hervor:


„Diese Region zeichnet sich durch außergewöhnliche geologische Phänomene wie etwa Thermalquellen aus, die zur Entstehung von Thermen und zur Entwicklung des Kurtourismus geführt haben. Besonders ist auch ihr Naturerbe entlang der Mur und in den Slovenske gorice, wo ein ausgesprochen vielfältiges Mosaik aus Lebensräumen und Arten des Flussökosystems und der Kulturlandschaft zu finden ist.“



Als abschließender Höhepunkt des Projekts deProfundis verbindet das Festival die bisherige Arbeit mit Perspektiven für die Zukunft. Wissen, Partnerschaften und neue Angebote bleiben der Region auch nach Projektende erhalten. Denac betonte dazu:


„Das Projekt ist Ausdruck unserer erfolgreichen langjährigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Wir haben im Projekt unsere Partnerschaften gestärkt und Ergebnisse erzielt, die das touristische Angebot der Region dauerhaft bereichern werden. Wir sind überzeugt, dass wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen und schon bald gemeinsam einen neuen Projektantrag einreichen werden. Damit wollen wir Naturschutzthemen langfristig noch stärker in der Region verankern.“



Fotocredits: Das Zehnerhaus
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