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Österreichischer Wildbienenrat kürt bedeutendsten Wildbienenfund des Jahres 2025

  • la6098
  • 18. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit


Sylvia Wanzenböck und Sabine Schoder vom Österreichischen Wildbienenrat überreichen den Preis zum "Bedeutendsten Wildbienenfund" an Jonathan Schwarz (v.l.).
Sylvia Wanzenböck und Sabine Schoder vom Österreichischen Wildbienenrat überreichen den Preis zum "Bedeutendsten Wildbienenfund" an Jonathan Schwarz (v.l.).

Der Österreichische Wildbienenrat hat die Weidenröschen-Blattschneiderbiene zum „Bedeutendsten Wildbienenfund des Jahres 2025“ gekürt, die erst zum zweiten Mal in Österreich nachgewiesen werden konnte. Ein zweiter Preis wurde für den Wiederfund der Weißen Bindenpelzbiene vergeben, die zuletzt 1940 in Österreich gefunden wurde.


Seltene Erscheinung

Die Gewinner der Prämierung für die bedeutendsten Wildbienenfunde des vergangenen Jahres gab der Österreichische Wildbienenrat bei seiner fünften Jahresversammlung bekannt: Der erste Preis ging an Jonathan Schwarz für den Nachweis der Weidenröschen-Blattschneiderbiene, Megachile lapponica. Das Besondere: Er konnte die seltene Art an gleich drei Standorten nachweisen – zwei davon im Nationalpark Kalkalpen, Oberösterreich, und einen in der Nähe von Egg, Kärnten. Damit gelang ihm nicht nur der zweite sichere Nachweis für Österreich, sondern auch der Erstfund in Oberösterreich und Kärnten.


Der bedeutendste Wildbienenfund 2025 ist der Nachweis der "Weidenröschen-Blattschneiderbiene"
Der bedeutendste Wildbienenfund 2025 ist der Nachweis der "Weidenröschen-Blattschneiderbiene"

Die Weidenröschen-Blattschneiderbiene ist eine hochspezialisierte Art, die auf das Wald-Weidenröschen, Epilobium angustifolium, als Pollenquelle angewiesen ist. Ihr Vorkommen zeigt eindrucksvoll, wie wichtig der Erhalt naturnaher Lebensräume und die Vielfalt heimischer Pflanzenarten ist.


Fund im Burgenland

Den zweiten Preis erhielt Victor Scharnhorst für den Wiederfund der Weißen Bindenpelzbiene, Amegilla quadrifasciata. Diese Art wurde zuletzt im Jahr 1940 in Österreich dokumentiert und konnte nun in Weiden am See, Burgenland, erneut nachgewiesen werden. Die Wärme liebende Biene bevorzugt offene, sandige oder lehmige Böden und legt ihre Nester in Steilwänden oder Abbruchkanten an – Strukturen, die in unserer intensiv genutzten Landschaft zunehmend selten werden.


Zuletzt 1940 in Österreich zu Gast - nun wiederentdeckt: die Weiße Bindenpelzbiene
Zuletzt 1940 in Österreich zu Gast - nun wiederentdeckt: die Weiße Bindenpelzbiene

Kartierungsarbeiten als Grundlage für wirksamen Naturschutz

Die prämierten Funde zeigen, wie entscheidend systematische Kartierungsarbeiten für den Erhalt der Biodiversität sind. Nur wenn bekannt ist, wo welche Arten vorkommen, können gezielte Schutzmaßnahmen entwickelt, bewertet und umgesetzt werden.


Kartierungen sind auch Basis für Wiederherstellung der Natur

Der Naturschutzbund Österreich, der den Wildbienenrat in seiner Arbeit unterstützt, betont die Bedeutung aussagekräftiger Datengrundlagen für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung: „Nur mit verlässlichen Kartierungen können wir feststellen, welche Lebensräume vorrangig wiederhergestellt werden müssen und wo bereits Fortschritte erzielt werden“, so der Naturschutzbund und der Wildbienenrat ergänzt: „Wildbienen sind hervorragende Bioindikatoren – sie zeigen uns, wie es um den Zustand unserer Landschaft steht. Ihre Erfassung liefert die Basis für effektive Schutzstrategien und Renaturierungsmaßnahmen.“


Bestäuber als Schlüssel zur Wiederherstellung gesunder Ökosysteme

Wildbienen zählen zu den wichtigsten Bestäubern Europas. Sie sichern nicht nur den Fortbestand zahlreicher Wildpflanzen, sondern auch die Erträge vieler landwirtschaftlicher Kulturen. Gleichzeitig reagieren sie empfindlich auf Umweltveränderungen und sind daher ein zentraler Indikator für den Erfolg ökologischer Wiederherstellungsmaßnahmen.


Fotocredits: Peter Unglaub (Titelbild), Jonathan Schwarz (Weidenröschen-Blattschneiderbiene), Victor Scharnhorst (Weiße Bindenpelzbiene)

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