Die Trinkasserqualität braucht nicht nur am Weltwassertag Weitblick
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Zum Weltwassertag am 22. März 2026 wird die Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH (LFWV) den Schutz unseres Trinkwassers einmal mehr verstärkt in den Vordergrund rücken. Von der Weltbevölkerung von über 8 Milliarden Menschen haben 2 Milliarden keinen unmittelbaren Zugang zu sauberem Trinkwasser!
Sauberes Trinkwasser
Dass beim Dreh am Wasserhahn klares Trinkwasser aus der Leitung fließt, ist auch bei uns keine Selbstverständlichkeit, sondern eher das Ergebnis jahrzehntelanger Vorsorge, strenger Kontrollen und enger Kooperation zwischen der Wasserversorgung, den Behörden und der Landwirtschaft. Exakt darauf hinweisen wollen GF Franz Krainer und die LFWV auch am aktuellen Weltwassertag.
„Täglich müssen weltweit 250 Mio. Stunden für das Wasserholen vor allem von Frauen aufgewendet werden!“, gibt GF Krainer zu bedenken, wie beschwerlich die Wasserversorgung für viele noch immer ist.
Grundwasserschutzprogramm von Graz bis Bad Radkersburg
Eine zentrale Rolle für ein sauberes Grundwasser spielt der Bodenaufbau. „Genau dort setzt das Grundwasserschutzprogramm Graz bis Bad Radkersburg an. Es schützt bereits seit 2016 das rund 460 km² große Grundwassergebiet flächendeckend mit dem Ziel, die Qualität der Grundwasserkörper dauerhaft zu sichern und die öffentliche sowie private Trinkwassernutzung langfristig zu gewährleisten“, weiß GF Krainer zu berichten.

Gezielte Maßnahmen bei lokalen Belastungsschwerpunkten
In den 1990er-Jahren wurden, so GF Krainer, wegen damals erhöhter Nitratwerte Schongebietsverordnungen erlassen. „Obwohl diese Maßnahmen Wirkung zeigten, reagiert das Grundwasser in den intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen sensibel. In den 2000er-Jahren wurden regional erneut steigende Nitratkonzentrationen festgestellt. Das Schutzprogramm reagiert darauf mit begleitender Beratung und gezielten Maßnahmen!“, ergänzt GF Krainer.
Deshalb wurden mit erhöhten Nitratwerten die Kontrollen verstärkt, die fachliche Betreuung intensiviert und jährliche Bodenuntersuchungen durchgeführt, um die Stickstoffdüngung präziser an die tatsächlichen Bodenverhältnisse anzupassen.
„Die Evaluierung 2025 bestätigt die grundsätzliche Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen. In einzelnen Bereichen sind zusätzliche gezielte Schritte erforderlich, um die Qualität des Grundwassers dauerhaft sicherzustellen!“, mahnt der LFWV-Geschäftsführer ein.
„Kontinuierliche Kontrolle und die Weiterentwicklung des Grundwasserschutzprogramms zeigen, dass Prävention wirkt! Gerade in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen wird es erforderlich sein, mit gezielten Maßnahmen einzugreifen, um die Trinkwasserversorgung und den Schutz der natürlichen Ressource langfristig sicherzustellen“, ergänzt Referatsleiter Michael Ferstl, von der Abteilung 14 des Landes Steiermark. Dabei sei man, so Ferstl, auf den großräumigen Grundwasserschutz für den gesamten Grundwasserkörper übergegangen. Allgemein funktioniere laut Ferstl der Grundwasserschutz sehr gut. Nur für „Hot-Spots“ wie den Raum St. Georgen an der Stiefing, Vogau, Mureck oder Halbenrain müsse man nachschärfen und genauer hinschauen!
Man begleite, so Ferstl, die Landwirte über das Jahr hinaus in Sachen Düngung und Bewirtschaftung, die vom jeweiligen Jahr abhängig sei. Daher schaue man sich eher den Durchschnitt der Entwicklung mehrerer Jahre an. „War es ein schlechtes oder ein gutes Erntejahr? Das ist wichtig für den flächendeckenden Grundwasserschutz. Den Land und Wasserversorger haben unterschiedliche Ziele!“, gibt Ferstl zu bedenken.
Moderne Technik als Frühwarnsystem
Die LFWV betreibt 12 Brunnen in 4 Brunnenfeldern. Die Trinkwasserqualität wird laufend von externen, behördlich autorisierten Untersuchungsanstalten im Rahmen der Trinkwasserverordnung überprüft.
„Bestimmte Parameter wie etwa Leitfähigkeit und Sauerstoff werden täglich durch das Brunnenvorfeld-Monitoring online überwacht und ergänzen die regelmäßigen Laboranalysen. Veränderungen werden bereits drei Monate davor erkannt, bevor das Wasser aus dem Grundwasserkörper in die Brunnen kommt.Moderne Messtechnik und konsequente Vorsorge geben Sicherheit. Trinkwasser zählt zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Österreich!“, weiß GF Krainer.
Kooperation statt Gegeneinander
Das Grundwasser im Leibnitzerfeld liegt zum Teil unter intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein fachlich qualifiziertes Gewässeraufsichtsorgan überprüft regelmäßig die Brunneneinzugsgebiete und steht im Austausch mit den Bewirtschaftern und den Umweltberatern, um ein Bewusstsein für einen nachhaltigen, flächendeckenden Grundwasserschutz aufzubauen.
„Mir ist es wichtig, Zusammenhänge nachvollziehbar darzustellen und praktikable Lösungen mit Beratern für Landwirte anzubieten. Transparenz und ein Miteinander auf Augenhöhe ermöglichen es, den Schutz des Grundwassers und eine ordnungsgemäße Landbewirtschaftung nachhaltig in Einklang zu bringen.“, unterstreicht Markus Grabler, der als Gewässeraufsichtsorgan vor Ort Informationen sammelt, was sich in den Wasserschutzgebieten tut.
Selbstverantwortung für Trinkwasser
„Sauberes Trinkwasser ist keine Option, sondern unsere Verpflichtung gegenüber den Bürger:innen. Der Schutz unseres Grundwassers hat höchste Priorität. Gleichzeitig setzen wir auf Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Nachhaltiger Erfolg entsteht durch gemeinsame Verantwortung. Zusätzlich investieren wir in eine Eigenkontrolle, also in eigene, über die behördlichen Kontrollen hinausgehende Prüfungen – und sichern so die Qualität unseres Trinkwassers kontinuierlich. Wir setzen auf gute Zusammenarbeit mit der Land- und Forstwirtschaft. Denn es geht nur gemeinsam“, stellt Bgm. Daniel Kos vom Mehrheitseigentümer Stadtgemeinde Leibnitz klar.

Die im Jahr 1910 gegründete Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH versorgt aktuell etwa 80.000 Menschen in 29 Gemeinden und vier politischen Bezirken mit Trinkwasser. Die LFWV betreut rund 340 km Transport- und Versorgungsleitungen und fördert im Jahr etwa 3,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser.
Verantwortung mit Weitblick
„Trinkwasserschutz bedeutet, rechtzeitig zu handeln – nicht erst, wenn Probleme sichtbar werden. Klare gesetzliche Vorgaben, moderne Überwachungstechnik und enge Kooperation mit den Bewirtschaftern bilden die Grundlage. Nachhaltiger Grundwasserschutz gelingt nur mit Verantwortung, Konsequenz und langfristigem Denken. Die LFWV wird auch künftig alles daransetzen, die Qualität unseres Trinkwassers für die Menschen in der Region und für kommende Generationen zu sichern“, verspricht GF Krainer von der LFWV.



