Gastro serviert spanisch: 6 von 10 Schnitzerln kommen aus Spanien und anderen Ländern
- la6098
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Store-Check deckt auf: Wir essen zu 60 Prozent ausländisch, wenn wir im Wirtshaus Schweinernes bestellen. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung kann dieses Manko beheben – sie ist der Schlüssel für mehr heimisches Schweinefleisch auf den Tellern, verlangt Bauernbund-Spitzenkandidat Andreas Steinegger
Heimisches Schweinefleisch für Gastronomie nur nachrangig
Schweinefleisch ist die mit Abstand beliebteste Fleischsorte in Österreich. Doch es ist nicht immer Österreich drinnen, wenn man in der heimischen Gastronomie Speisen mit Schweinefleisch bestellt. Das beweist der jüngste Store-Check, den die Schweinevermarktungsgemeinschaft Styriabrid von November 2025 bis Jänner 2026 im Gastrogroßhandel durchgeführt hat. 61 Prozent des angebotenen Schweinefleisches kommen aus Spanien und anderen Ländern, nur 39 Prozent aus Österreich. Der Anteil von Qualitätsschweinefleisch mit dem lückenlos nachvollziehbarem AMA-Gütesiegel liegt bei nur mageren 20 Prozent. Bei Bauernbund-Spitzenkandidat Andreas Steinegger schrillen die Alarmglocken: „Wer sein Lieblings- Schweinernes in der heimischen Gastronomie bestellt, muss damit rechnen ausländisch zu essen. Es ist zu hinterfragen, was es mit der Anonymität auf sich hat.“
Wissen, wo's her ist
Lückenlose Herkunftskennzeichnung ist der Schlüssel für mehr heimisches Schweinefleisch auf den Tellern und bei verarbeiteten Fleischprodukten wie Wurst und Schinken. Die Auslobung der regionalen Qualität ist im Interesse von Konsumentinnen und Konsumenten, Bäuerinnen und Bauern. Für die Gastronomie wünschen sich 72 Prozent der Österreicher, dass die Herkunft in den Speisekarten angeben wird. Bauernbund-Spitzenkandidat Andreas Steinegger fordert die verpflichtende EU-weite Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie und für verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst, Schinken und Co endlich umzusetzen: „Für Bauern, Schlachthöfe und Zerlegebetriebe ist die 100-prozentige Kennzeichnung gängige Praxis. Bei den nachfolgenden Akteuren in der Lebensmittel-Wertschöpfungskette tut sich die große Lücke auf, die zu schließen ist.“ Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung ist auch eine zentrale Forderung im Mercosur-Schutzprogramm, das Steinegger zum Schutz der Bäuerinnen, Bauern und Konsumenten auf den Tisch gelegt hat. Hier geht es auch um Konsumentenschutz. Warum? Laut Europäischer Arzneimittelagentur (EMA) haben die spanischen Schweinehalter einen sehr hohen präventiven Antibiotikaeinsatz im Vergleich zu Österreich. Ausdrücklich lobt Steinegger jene Gastrobetriebe, die die Herkunft der Speisen bereits jetzt auf der Speisekarte ausloben.
Billigstimporte drücken Schweinepreise – gleiche Standards für alle
Die massiven Billigstimporte, vor allem aus Spanien, setzen die heimischen Schweinebauern massiv unter Druck. Die Erzeugerpreise fallen seit Wochen. „Im Moment zahlen die Schweinebauern untragbar und wirtschaftlich nicht verkraftbar“, betont der Bauernbund-Spitzenkandidat Steinegger. Um den Markt langfristig zu stabilisieren, fordert Steinegger:
Einen wesentlich höheren Anteil an österreichischem Schweinefleisch im
Gastrogroßhandel und in der fleischverarbeitenden Industrie – durch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung. Steinegger-Tipp an die Bevölkerung: Fragt im Gasthaus nach, woher das Fleisch im Schnitzel kommt.
Marktverzerrungen an der Wurzel ausschalten. Spanien als Schweinegigant Europas genießt massive Wettbewerbsvorteile auf Kosten der Umwelt. Ohne flächengebundener Tierhaltung produziert das Land viel billiger und erzeugt fast 200 Prozent des Eigenverbrauchs an Schweinefleisch, ohne Rücksicht auf Umweltstandards zu nehmen. Die Tierzahlen sind in Spanien nicht – wie in Österreich – an die landwirtschaftliche Fläche gebunden. „EU-weit müssen die gleichen Standards für alle gelten“, fordert Steinegger.
Zudem appelliert er an alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette, den Bauern wirtschaftlich vertretbare Preise zuzugestehen, damit sie ihre Betriebe fortführen können und die junge Generation eine Perspektive in der Landwirtschaft hat.
Fotocredits: Arthur





