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Leibnitzer Oldtimer-Club auf den Spuren des Papstes in Marija Bistrica unterwegs

  • vor 1 Stunde
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Bei strahlendem Postkarten-Wetter führte Cheforganisator Mario Diestler beim jüngsten dreitägigen Frühjahrsausflug einen Konvoi von 12 Oldtimern mit 21 Mitgliedern des Leibnitzer Oldtimer-Clubs nach Trakošćan in Kroatien an.


Gemütliche Anreise



Die nostalgische Reise auf den Spuren von Papst Johannes Paul II. über eine Wegstrecke von 340 km begann für die Teilnehmer:innen am 1. Mai 2026 beim Treffpunkt Landscha-Brücke in Vogau.



Erster Zwischenstopp für eine Kaffee-Pause war die idyllisch am Ptujer See gelegene Bar Ranca Ptuj.  Danach ging die etwa 100 km lange erste Etappe der Zeitreise auf Nebenstraßen beschaulich bis in das Quartier Hotel Trakošćan.



Nach dem Mittagessen spazierten die Oldtimerfreunde auf dem schattigen, als Feenweg bezeichneten fünf Kilometer langen Naturwanderweg um den Stausee des Schlosses. 


Aufgrund der 1. Mai-Feier fand am Freigelände eine große Grill- und Musikveranstaltung samt Vergnügungspark statt, bei der die Südsteirer:innen in den Genuss lokalen Spezialitäten kamen.


Lokale Geschichte


Der zweite Tag begann mit einem geführten Besuch einer der attraktivsten Schlossanlagen Kroatiens, die eine wechselvolle Geschichte seit dem 12. Jahrhundert hat. Das Schloss stand seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts im Eigentum des alten, in der Habsburgermonarchie mächtigen und einflussreichen kroatischen Adelsgeschlechts Drašković, das mittlerweile auf Schloss Draskovich in Güssing lebt. Als Kulturgut Schloss Trakošćan befindet sich die Anlage aktuell im Eigentum des kroatischen Staates.


Schlossführung als einzigartiges Erlebnis



Schloss Trakošćan wurde von Familie Drašković im Geiste des Romantismus im neugotischen Stil umgebaut.


Über die Zugbrücke des Eingangsturms gelangten die Gäste zunächst in den mit zahlreichen Jagdtrophäenen geschmückten Jägersalon. 



An den goßen mit Ritterrüstungen versehenen Rittersaal grenzt eine umfangreiche Waffensammlung sowie eine Porträtsammlung von Familie Drašković und ihren Verwandten. Ausgestellt werden im Schlossmuseum auch gut erhaltenes Kücheninventar. Den Abschluss der Schlossführung bildete ein Besuch in der Schlossküche.


Lokale Genüsse



Im Restaurant Villa Vladimir genossen die Südsteirer:innen ein reichliches Mittagessen. Danach folgte die Fahrt zur Basilika des bekannten Wallfahrtsortes Marija Bistrica. 


Was Papst und Leibnitzer Oldtimer-Club gemeinsam haben!



Organisator Mario Diestler hat es geschafft, dass die Leibnitzer mit ihren Oldtimern - wie nur Papst Johannes Paul II. mit dem Papamobil bei seinem Besuch im Jahr 1998 - die Fußgängerzone vor der Basilika befahren und dort auch parken durften. Der Kaplan segnete in deutscher Sprache Oldtimer und Oldtimerfreunde.


Im Zuge einer deutschsprachigen Führung erzählte Nada Premrl aus der Geschichte eines der populärsten und meistbesuchten Marien-Wallfahrtsorte Kroatiens. Die um 1545 beginnende Legende über Bistrica besagt, dass der damalige Priester die Statue der Heiligen Muttergottes mit dem Jesuskind wegen der heranrückenden Türken in der den Heiligen Peter und Paul geweihten Kirche in Bistrica kamen in eine Wand einmauerte. Ein anderer Priester fand die in Vergessenheit geratene eingemauerte Marienstatue und stellte sie 1588 zur Verehrung in der Kirche auf. Wegen neuerlicher Türkengefahr wurde die Statue 1650 erneut eingemauert, 1684 wieder ausgegraben und in der Kirche aufgestellt. 



Die Statue der Heiligen Muttergottes gehört zu einer Reihe von Schwarzen Madonnen und hat besondere Bedeutung für den Glauben und die kroatische Nation.

Nachrichten über im Wallfahrtsort bekannt gewordene Wunder verbreiteten sich in der gesamten Habsburger Monarchie, weshalb der Pilgerstrom nach Marija Bistrica stetig anschwellte. An den etwa 50 Pilgerfahrten nehmen jährlich bis zu 500.000 Gläubige teil.



Die heutige Kirche entstand von 1879 bis 1882 nach Plänen des Wiener Architekten Friedrich Schmidt und Hermann Bollé im Neorenaissance-Stil. Die Kirche erhielt 1923 von Papst Pius XI. den Titel einer Basilika minor. Der Zagreber Erzbischof Bauer krönte 1935 die wundertätige Statue der Maria und des Jesukindes mit goldenen Kronen und ernannte Maria zur Königin der Kroaten. 


Papst Johannes Paul II. sprach am 3. Oktober 1998 in Marija Bistrica Kardinal Stepinac selig, der als junger Erzbischof Pilgerfahrten von Zagreb nach Marija Bistrica unternommen hatte und unter großen Mühen und Opfern 1940 begonnen hatte, den Kreuzweg zu errichten. 



Im Jahr 2003 wurde für Papst Johannes Paul II. ein Denkmal errichtet.

 

Zwei historische Museen in Krapina


Der dritte Reisetag war dem Ort Krapina gewidmet. Im Oldtimermuseum „Presečki“ erläuterte Kristina Andrews die Geschichte des Museums und der interessanten Exponate. Prunkstück der bunten Sammlung klassischer Autos, Motorräder und weiterer historischer Fahrzeuge ist ein rarer ehemaliger Wehrmachts-Mercedes-Benz von dem weltweit nur mehr drei Stück existieren und der seit Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1968 in einer Scheune versteckt war.



Zurück zum Ursprung


Das Neandertalermuseum in Krapina, das zu den modernsten Museumsbauten für Urgeschichte in Europa zählt, zeigt auf zwei Etagen und über 1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche die Ur- und Frühgeschichte der Menschheit sowie jener einst hier vor 130.000 Jahren lebenden Neandertaler. 



Zum Museum gehört der Fundort eines Neandertalers, dessen Knochen im Jahr 1899 entdeckt wurden und der zu den bedeutendsten Fundstätten fossiler Überreste von Neandertalern in Europa gehört.

Im angeschlossenen Park sind entlang eines Urzeit-Kunstwegs von Künstlern geschaffene Großskulpturen pleistozäner Tiere und von Neandertalern zu bewundern.


Auf dem Weg zurück


Mit zahlreichen neuen Eindrücken im Gepäck ging es für die Oldtimerrunde schließlich zurück in Richtung Südsteiermark. In Marburg an der Drau bildete ein Mittagessen im Restaurant Ancora den geselligen Schlusspunkt einer Nostalgiereise, die allen Teilnehmer:innen lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Fotocredit: Leibnitzer Oldtimer-Club
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