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Mit den Kindern stressfrei und sicher in den Urlaub fahren

  • la6098
  • 9. Juli 2025
  • 4 Min. Lesezeit


Wer mit seinen Kindern im Pkw auf Urlaub fährt, bergen für die Eltern ständige Ablenkungen während der Autofahrt eine hohe Unfallgefahr. In Österreich werden pro Jahr im Schnitt 232 Kinder (bis 14 Jahren) in den Urlaubsmonaten in einem Pkw verletzt oder getötet. 51 Kinder davon, weil jemand am Steuer unaufmerksam oder abgelenkt war.


Tipps für stressfreie, strafzettelfreie und sichere Urlaubsfahrt


Wenn die Pkw-Kolonnen in den Sommerferien rollen, tauchen bei Familien mit Kindern oft viele Fragen auf. Ab welchem Alter dürfen Kinder beispielsweise am Beifahrersitz Platz nehmen? Oder wie bringt man die Kinder möglichst sicher und stressfrei ans Reiseziel?

Mag. Martin Hoffer, Leiter der ÖAMTC Rechtsdienste, hat gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) vor Beginn der Pkw-Reisesaison häufige oder besonders knifflige Fragen beantwortet.

„Ein für die Größe und das Alter passender Kindersitz ist der wichtigste Beitrag für eine sichere Fahrt. Eltern sollten sich bei der Auswahl des passenden Sitzes umfassend beraten lassen. Ist das Kind nicht ordnungsgemäß gesichert, ist das nicht nur gefährlich – es drohen auch Verwaltungsstrafen bis € 10.000 sowie eine Vormerkung im Führerscheinregister“, warnt Mag. Hoffer.


Wie enorm wichtig gute Tipps für eine entspannte Urlaubsfahrt mit den Kindern sind, erläutert DI Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), anhand einer Auswertung der Unfälle in den letzten fünf Jahren: „In Österreich werden pro Jahr im Schnitt 51 Kinder in den Monaten Juli und August in einem Pkw verletzt oder getötet, weil jemand – aus welchen Gründen auch immer – am Steuer unaufmerksam oder abgelenkt war.“ Daher müssen alle Sicherheitsvorkehrungen zum Wohle der Kinder eingehalten und jede Form von Unaufmerksamkeit und Ablenkung vermieden werden.  


Praktische Tipps von ÖAMTC und KFV

 

  • Kinder vorab über Reisedauer, Ziel, geplante Pausen und das Wetter informieren.

  • Zirka alle zwei Stunden eine Pause einlegen – im Bedarfsfall auch öfter.

  • Am besten frühmorgens mit einem ausgeruhten Elternteil am Steuer starten – da ist es kühler und viele Kinder schlummern im Auto noch eine Zeit weiter.

  • Für Beschäftigung sorgen: Für Babys eignen sich leise Musik, sanfte Geräusche und altersgerechte Spielsachen. Für größere Kinder: Bücher oder Ratespiele. Ideal ist es, wenn ein Elternteil hinten bei den Kindern sitzt.

  • Den Kindern während der Fahrt ungesüßte Tees oder Wasser anbieten. Sprudelgetränke sollte man meiden.

  • Gesundes Essen bevorzugen: z. B. Äpfel, Karotten, Vollkornbrote.

  • Wenn nur ein Elternteil mitreist, ist es ratsam nur in den Pausen zu essen, damit man gleich helfen kann, falls sich ein Kind verschluckt oder etwas verschüttet.

  • Um Reiseübelkeit vorzubeugen, sollte den Kindern beigebracht werden den Blick während der Fahrt in die Ferne zu richten, beispielsweise auf Berge, Windräder oder Kirchtürme. Das ist für das menschliche Gleichgewichtsorgan sehr hilfreich.

  • Beschattung ist auch auf den hinteren Plätzen enorm wichtig. Bei Glasdächern sollte man ebenfalls Abschattungen verwenden.

  • Klimaanlage nicht unter 21 °C einstellen und Lüftung nicht direkt auf Kinder richten.

  • Kindersitze sind meist dunkel und heizen sich daher schnell auf, daher sollte man bei Pausen im Schatten parken und die Kindersitze mit hellen Tüchern abdecken.

  • Niemals Kinder im Auto allein zurücklassen, auch nicht kurz und bei geöffneten Fenstern. Bei 30 °C Außentemperatur steigt die Temperatur im Auto schon nach 10 Minuten auf 37 °C, nach einer halben Stunde auf 46 °C und nach einer Stunde auf 56 °C. Wenn das Auto in der Sonne steht, geht es noch schneller. 

    Tipps für eine straffreie Fahrt mit den Kindern  

     

  • Auch Babys und Kleinkinder benötigen einen eigenen Platz. In einem fünfsitzigen Fahrzeug dürfen also neben den Eltern maximal drei Kinder mitfahren.

  • Kinder bis zu einer Größe von 1,35 Meter benötigen eine Rückhalteeinrichtung. Diese muss dem Alter und Gewicht des Kindes entsprechen.

  • Ab 14 Jahren beginnt in Österreich die Strafmündigkeit. Genau genommen haften Jugendliche dann selbst, falls sie beispielsweise nicht angeschnallt sind. Eltern sollten eine Vorbildfunktion beim Anschnallen einnehmen.

  • Kinder unter 12 Jahren und sogar Babys dürfen auch am Beifahrersitz mitgenommen werden. Bis zu einer Größe von 1,35 Meter benötigen sie aber einen Kindersitz oder eine Babyschale.

  • Eine fehlende Kindersicherung gehört zu den häufigsten Vormerkdelikten. Beim dritten Mal ist der Führerschein für mindestens ein halbes Jahr weg. In Extremfällen drohen sogar Verwaltungsstrafen von bis zu 10.000 Euro.

  • Bei Pkw-Reisen ins Ausland: Rechtzeitig über die dortigen Vorschriften informieren.


    Tipps für eine sichere Fahrt mit den Kindern    


  • Alle Gegenstände in den Kofferraum, die während der Fahrt nicht benötigt werden.

  • Hunde sollten in einer Transportbox transportiert werden oder es sollte zumindest ein Gitter zwischen dem Lenkerplatz und dem Aufenthaltsort des Tieres sein.

  • Kinder wachsen schnell: Laufend checken, ob der Kindersitz noch passt und bei Bedarf rechtzeitig tauschen.

  • Sicherheitsgurte sollten nicht verdreht sein und nicht über dem Bauch liegen, sondern über dem Becken verlaufen.

  • Es gibt statistische Indizien dafür, dass der Platz in der Mitte der Rücksitzbank für Kinder in der Regel der sicherste ist. Denn, falls ein Unfall geschieht, ist der Druck von vorne oder von der Seite an diesem Platz am geringsten. Aber auch die anderen Plätze auf der Rücksitzbank sind bei richtiger Verwendung des Kindersitzes sichere Orte zum Mitfahren.

  • Wenn ein Kindersitz gegen die Fahrtrichtung eingebaut ist, muss an dieser Stelle der Airbag deaktiviert werden, sonst drohen bei einem Frontaufprall schwere Verletzungen.  

  • Wer mit dem Taxi zum Flughafen fährt, sollte bereits bei der Bestellung des Taxis darauf hinweisen, dass Kindersitze benötigt werden, wie viele und in welcher Größe. Gleiches gilt bei der Buchung von Mietautos für den Urlaub.

  • Falls beide Elternteile einen Führerschein besitzen, ist es ratsam sich beim Fahren abzuwechseln und regelmäßig Pausen einzulegen. 


Fotocredits: Heribert G. Kindermann, MA

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