Spannendes Rennen: Rebenland Rallye 2026
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Am Wochenende hat die 13. Rebenland Rallye stattgefunden. 55 Teams aus sieben Nationen stellten sich dem Rennen. Rein sportlich erwies sich die Rallye als durch und durch spannend.
Die 13. Rebenland Rallye hat am Wochenende bei schönem Frühlingswetter stattgefunden. Sie zählte wieder zur TEC7 ORM Staatsmeisterschaft und war auch gleichzeitig die Premiere für den heurigen Mitropa Rallye Cup. Für die Organisation war der Tourismusverein von Leutschach mit Bürgermeister Erich Plasch an der Spitze verantwortlich.
Bürgermeister zieht zufriedenstellende Bilanz
Erich Plasch: „Vorerst möchte ich mich bei allen unseren Mitarbeitern bedanken, die wieder durch ihren unermüdlichen Einsatz viel zum Gelingen der Rallye beigetragen haben. Mein Dank gilt auch den Vertretern der Behörden, den Feuerwehren, der Rettung und der Polizei, ganz besonders aber auch dem Notärzte-Team, dass im Falle des Unfalles von Albert von Thurn und Taxis sofortige Hilfeleistung geboten hat. Übrigens möchte ich Albert und seiner Beifahrerin Jara Hain alles Gute und baldige Genesung wünschen. Für mich als Bürgermeister der Rallye-Region war es auch sehr erfreulich, dass wir im Vorfeld der Rallye bei einem Symposium mit 120 Mittelschülern einen sehr interessanten Austausch zwischen Akteuren wie Raimund Baumschlager, Michael Lengauer und Albert von Thurn Taxis und den Schülern die freiwillig gekommen sind, durchführen konnten. Viele von ihnen waren an den Rallyetagen auf den einzelnen Sonderprüfungen zu finden, um gemeinsam mit den vielen Rallyefans der Veranstaltung beizuwohnen.“
Zum Sportlichen:
Die Rebenland Rallye 2026 dominierte fast die ganze Zeit der Oberösterreicher Michael Lengauer. Der Lokomotivführer überraschte mit einer unglaublichen Performance. Als Favorit galt eigentlich der fünffache Staatsmeister und Rebenland-Sieger der letzten vier Jahre: Simon Wagner. Doch Michael Lengauer mit enormen Selbstvertrauen in die Südsteiermark.

Mit sechs Bestzeiten in sechs Prüfungen am Tag 1 beeindruckte der schnelle Skoda-Pilot und ging mit 24 Sekunden Vorsprung auf Wagner in den zweiten und letzten Renntag. Dort versuchte Simon Wagner in der Früh gleich von Beginn an, Druck aufzubauen und Lengauer mit schnellen Zeiten zu verunsichern. Was ihm mit drei Bestmarken auf den ersten drei Prüfungen auch kurz gelang. Doch mitten im Flow von Wagner schlug Lengauer wieder zurück. Ausgerechnet auf den beiden langen Rundkursen Eichberg (14,7 km) und Schlossberg (20,7 km), wo Wagners Großangriff erwartet wurde, gelang Lengauer mit zwei Bestzeiten der vermeintlich entscheidende Gegenschlag. Den Rest der diesjährigen Rebenland Rallye wollten er und Copilot Jürgen Rausch nur noch nützen, um den Triumph ohne unnötiges Risiko ins Ziel zu bringen. Was folgte, war ein kurzer Regenguss und somit ein Albtraum für den Spitzenreiter. Ein Ausritt in die Wiese auf der vorletzten Prüfung in Schlossberg war Lengauers erster Fehler an diesem Wochenende und wahrscheinlich genau jener, mit dem nicht einmal Simon Wagner mehr rechnete, den er aber gnadenlos nützte. Von 24,9 Sekunden Vorsprung blieben Lengauer für die letzten 7,7 Kilometer, der Powerstage in Eichberg, gerade einmal 1,3 Sekunden. Ein Nervenkrimi war eröffnet, ein nicht mehr erwarteter Showdown urplötzlich Realität! Und diesen nützte Simon Wagner am allerletzten Drücker zu seinem fünften Leutschach-Sieg in Folge. 1,1 Sekunden entschieden die Rebenland Rallye 2026!
Platz drei ging mit Respektabstand zum Power-Duo an den Weizer Kevin Raith (Ford Fiesta Rally2), der damit nicht nur bester Steirer wurde, sondern sich durch den Podestplatz auch in die Liste der österreichischen Prioritätsfahrer einreiht.

Worte der Podestpiloten
Sieger Simon Wagner (Hyundai i20 Rally2): „Ja, unverhofft kommt oft. Aber wir haben nie wirklich aufgegeben, immer an unsere Chancee geglaubt. Ich war nach meiner Nasen-Operation gesundheitlich auch nicht ganz auf der Höhe. Gratulation an Lengi, er hat hier eine echt starke Leistung gezeigt. Ich hoffe, dass wir das Duell im Lavanttal wiederholen können.“
Zweiter Michael Lengauer (Skoda Fabia Rally2): „Leider hat es trotz eines großen Vorsprungs dann doch nicht gereicht. Als der Regen einsetzte, waren wir mit Slicks auf der Prüfung. Damit war ich einfach zu langsam. Ein Ausrutscher kostete nochmal Zeit, und plötzlich war der Polster weg. Aber mich stimmt trotzdem zuversichtlich, dass wir zeigen konnten, dass wir auf trockenem Asphalt richtig schnell sein können.“
Dritter Kevin Raith (Ford Fiesta Rally2): „Ich habe mich lange mit Raimund Baumschlager um Platz drei duelliert. Dass es am Ende für den ersten ORM-Podestplatz, noch dazu in der Steiermark, gereicht hat, macht mich wirklich glücklich und auch sehr stolz.“
Erleichterung nach Unfall
Gute Neuigkeiten gibt es vom am Freitag schwer verunfallten deutschen Duo Albert von Thurn und Taxis und seiner Copilotin Jara Hain. Sie wurden von Rallye-Notärztin Simone Hollomey erstversorgt und ins LKH Graz bzw. LKH Wagna eingeliefert wurden. Beide konnten die Spitäler bereits selbständig verlassen.
Weitere Ergebnisse:
In der ORM 2 führte lange Zeit der junge Kärntner Maximilian Lichtenegger im Renault Clio Rally3 das Feld an, ehe er auf dem Rundkurs Eichberg (SP 12) ausritt und den Wagen abstellen musste. Damit entbrannte zwischen dem Grazer Günther Knobloch (Renault Clio Rally3) und dem Niederösterreicher Christoph Zellhofer (Suzuki Swift ZMX) ein hochklassiges Duell um den Sieg. Dieses ging letztendlich mit einem Vorsprung von drei Zehntelsekunden an Günther Knobloch.
In der ORM 3, also bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen, hatte Titelverteidiger Marcel Neulinger (Lancia Ypsilon Rally4) das Geschehen von Sekunde eins an im Griff und am Ende als Sieger 2:24 Minuten Abstand zum Zweitplatzierten Deutschen Fabian Schulze. Damit gewann der 20-jährige Oberösterreicher auch die Rebenland-Wertung in der RP-Tools ORM Junior, wo er Titelverteidiger ist.
In der Historischen Rallye-Staatsmeisterschaft (TEC7 HRM) kürte sich der fünffache Historic-Europameister Karl Wagner im Porsche 911 dank einem starken zweiten Tag zum Rebenland-Sieger 2026. Ihm am nächsten kam mit 42 Sekunden der Oberösterreicher Patrik Gaubinger im Audi Quattro als Zweiter. Am Ende des Vortags betrug der Abstand nur 0,2 Sekunden.
Glasklar ist das Endergebnis in der ORM Trophy, welche die Piloten über 50 Jahre beherbergt. Hier triumphierte Raimund Baumschlager gleich 6:52 Minuten vor dem deutschen Titelverteidiger Heermann Gassner (Mitsubishi Evo X).
Der Sieg im Saisonstart zum internationalen Mitropa Rallye Cup ging an den Slowaken Robert Kolcak im Hyundai i20 Rally2.
Quelle: Rebenland Rallye



