Anna Jocham: "Expanded Shadows" in der Galerie Marenzi
- la6098
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Die Voitsberger Künstlerin Anna Jocham gastiert von 24. Jänner bis 7. März mit ihrer Ausstellung "Expanded Shadows" in der Galerie Marenzi. Besonders hervor sticht dabei der konsum- und gesellschaftskritische Aspekt, den Jocham in ihren Werken gekonnt zum Ausdruck bringt.
„Expanded Shadows“
In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin Anna Jocham mit der Frage, wie fotografische Bilder Realität erzeugen und beeinflussen. Dafür hinterfragt sie den vermeintlichen Wahrheitsanspruch der Fotografie und untersucht, welche Auswirkungen die Bilderflut auf die Gesellschaft hat. Die Ausstellung „Expanded Shadows“ in der Galerie Marenzi gibt einen Überblick über verschiedene mediale Bildwelten, mit denen Jocham arbeitet. Der Bogen spannt sich von manipulierten Film- und Werbeaufnahmen aus den 1990er- und 2000er-Jahren bis hin zu aktuellen Phänomenen wie dem sogenannten Doomscrolling in sozialen Netzwerken. Im Mittelpunkt steht der Einfluss medialen Konsums auf soziale Beziehungen, Körperbilder, Konsumverhalten und Vorstellungen von Intimität.
Mit kritischem Blick
Zu Beginn der Ausstellung ist die Werkgruppe „Through The Looking Glass I“ zu sehen. Die
großformatigen analogen Fotografien basieren auf Bildmaterial aus der Werbe- und Filmindustrie. Durch Langzeitbelichtung und Bildausschnitte werden die Motive verfremdet und in einen neuen Zusammenhang gestellt. Die Serie setzt sich kritisch mit der Darstellung von Frauen sowie mit den Machtverhältnissen innerhalb der High-End-Werbe- und Filmbranche auseinander. Ergänzt werden diese Arbeiten durch weitere fotografische Werke, die unterschiedliche Konsumsituationen zeigen, wie eine ältere Frau beim Einkaufen, oder eine Person am Smartphone beim Betrachten einer Kriegsberichtserstattung.
Mysogenie in wenigen Klicks
Den Abschluss der Ausstellung bildet die Videoarbeit „Through The Looking Glass II“. Für diese Arbeit trainierte Jocham im Jahr 2022 gezielt einen Algorithmus auf einer Social-Media-Plattform. Durch das bewusste Suchen und Interagieren mit frauenfeindlichen Inhalten veränderte sich der Empfehlungsalgorithmus innerhalb weniger Minuten. Bereits nach sieben Minuten war die sogenannte „For-You-Page“ fast ausschließlich von misogynem Content geprägt. Die während dieses Prozesses entstandene Bildschirmaufnahme wird in der Videoarbeit zu einer Bilderflut verdichtet, die an das endlose Scrollen in sozialen Netzwerken erinnert.
Jocham wurde 1997, in Voitsberg geboren und studiert derzeit Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf, davor hat sie ihren Bachelor an der Folkwang Universität der Künste in Essen abgeschlossen und die HTBLVA-Ortweinschule in Graz in der Tagesschule von 2011-2016 besucht. Sie stellt international aus und wurde 2024 eine der vier Gewinnerinnen, der Student Carte Blanche Section von Paris Photo und ist 2025 auf der Shortlist des Wolf Suschitzky Photography Prize und wird demnächst in London im österreichischen Kulturforum ausstellen und 2026 im Fotohof Salzburg.
Eröffnung am Freitag, 23. Jänner 2026 um 18:30 Uhr
Begrüßung: Kurator Klaus-Dieter Hartl
Einführung: Günther Holler-Schuster (Universalmuseum Joanneum)
24. Jänner - 7. März 2026
Öffnungszeiten: samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr (an Feiertagen geschlossen), und nach telefonischer Vereinbarung: T +43.3452.765 06 oder 0664 17 39 219
Weitere Informationen: annajocham.com
Fotocredits: Anna Jocham





