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Das sind die prämierten Renaturierungsprojekte in Leibnitz

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit
Gruppenfoto Preisverleihung
Gruppenfoto Preisverleihung

Gleich mehrere Projekte aus dem Bezirk Leibnitz wurden beim steirischen Renaturierungspreis der Grünen ausgezeichnet. Das Projekt „Wiedehopf trifft Smaragdeidechse“ des Vereins Naturpark Spezialitäten hat den zweiten Platz in der Kategorie „Vereine und NGOs“ erreicht.

 

Zum zweiten Mal lobte der Landtagsklub der Grünen Preise für die besten Renaturierungsprojekte in der Steiermark aus. Die dreiköpfige Fachjury kürte unter den dutzenden Einreichungen die Gewinner:innen in drei Kategorien: Garten, Land- und Forstwirtschaft sowie Vereine und NGOs. Überreicht wurden die Preise von Klubobfrau Sandra Krautwaschl und der Grünen Bundessprecherin Leonore Gewessler. Insgesamt wurden Preisgelder in der Höhe von 9.000 Euro ausgeschüttet.Sandra Krautwaschl zeigte sich beeindruckt von der Fülle an eingereichten Projekten: „Renaturierung ist kein Schreckgespenst aus Brüssel, sondern wird von ganz vielen Steirerinnen und Steirern bereits gelebt – einfach, weil kein Weg daran vorbeiführt, unserer Natur wieder mehr Raum zurückzugeben. Nur so sichern wir unsere Lebensgrundlagen für uns und künftige Generationen. Herzlichen Dank an alle, die mit kleinen oder großen Projekten ihren Beitrag leisten!“



Platz 2 in der Kategorie „Vereine und NGOs“ geht in die Südsteiermark

Im Rahmen des Projekts „Wiedehopf trifft Smaragdeidechse“ setzen zehn landwirtschaftliche Betriebe des Vereins Naturpark Spezialitäten gezielte Maßnahmen zur Förderung der heimischen Artenvielfalt im Naturpark Südsteiermark um. Durch zahlreiche Maßnahmen wurden wertvolle Lebensräume für Vögel, Amphibien, Reptilien und Insekten geschaffen. Dazu zählen unter anderem 110 Nistkästen und Aufsitzstangen, rund 700 m² Terrassierungen und Steinschlichtungen, die Pflanzung von 1.700 Hecken sowie die Anlage von Kleingewässern und Tümpeln. Ergänzt werden die Maßnahmen durch Totholzhaufen, 8.000 m² Blühstreifen sowie die Pflanzung von 300 Streuobst- und Kastanienbäumen. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam zur Erhaltung der einzigartigen Biodiversität der Südsteiermark beitragen können.


Weitere Auszeichnungen für Lebenshof Gut Rannerjosl, regionale Gehölzvermehrung, Bio-Lammhof sowie Garten in Heimschuh


Der Lebenshof Gut Rannerjosl in St. Johann im Saggautal hat in der Kategorie „Vereine und NGOs“ Platz 5 erreicht. Er bietet nicht nur Zufluchtsort für gerettete Tiere, sondern verbindet Tierschutz mit aktiver Renaturierung. Mit der ehrenamtlichen Arbeit wird ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt geschaffen: Durch Naturhecken, Blühstreifen, Feuchtgebiete, Totholz und selten gemähte Flächen entstehen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Wildtiere und Insekten.


In derselben Kategorie wurde auch das Projekt „Regionale Gehölzvermehrung Steiermark“ der Naturparke Steiermark ausgezeichnet (10. Platz). Es hat zum Ziel, heimische und regional angepasste Sträucher und Bäume langfristig zu erhalten und zu vermehren. Im Mittelpunkt stehen die Gewinnung von Saat- und Pflanzenmaterial aus regionalen Beständen, deren fachgerechte Vermehrung sowie der Aufbau eines nachhaltigen Netzwerkes zwischen Landwirtschaft, Baumschulen, Gemeinden und Naturschutzorganisationen.

 

In der Kategorie „Landwirtschaft“ ging Platz 5 an Peter Draxler aus Leibnitz. Der Bio-Lammhof in der Südsteiermark verbindet Renaturierung und Landwirtschaft mit dem Ziel, Biodiversität und nachhaltige Lebensmittelproduktion gleichermaßen zu fördern. Nach 25 Jahren konventioneller Lammfleischvermarktung erfolgte die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung mit einer eigenen Bio-Tofumanufaktur. Durch die Anlage von Naturschutzwiesen, Streuobstwiesen, Hecken, Blühflächen sowie zahlreichen Lebensräumen für Tiere und Insekten wurde die ökologische Vielfalt in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.

 

Schließlich wurde auch Brigitte Held aus Heimschuh mit dem 10. Platz in der Kategorie „Garten“ prämiert. Ihr Garten wird seit einigen Jahren Schritt für Schritt renaturiert – nicht durch neue Bepflanzung, sondern durch bewusstes Zurücktreten und das Zulassen natürlicher Entwicklung. Aus einem klassischen, intensiv gepflegten Garten entstand als Reaktion auf heiße, trockene Sommer und den Rückgang der Artenvielfalt ein naturnaher Lebensraum mit artenreicher Krautfläche, dichtem Gehölz, alten Obstbäumen, Totholz und Regenwasserspeichern. Heute bietet der Garten zahlreichen Tierarten, darunter Hirschkäfer, Moschuskäfer, Blindschleichen sowie vielen Vogelarten wertvollen Lebensraum.





Fotocredits: Markus Wohlkönig



 

 

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