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„Marktwirtschaft ist wie Demokratie, nur krasser!“


Pfingstdialog 2024 auf Schloss Seggau: Igor Papič (Minister für Hochschulbildung, Wissenschaft und Innovation der Republik Slowenien), Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl und Bundesminister Martin Polaschek (v.l.)

© Foto: Land Steiermark/Foto Fischer


Am zweiten Tag des Pfingstdialoges Geist & Gegenwart 2024 auf Schloss Seggau in Leibnitz wurde neben Experten- und Diskussionsrunden auch die Insiemegruppen fortgesetzt. Highlight des Tages war der Auftritt von Gabor Steingart, dem Gründer des deutschen Medienportals „The Pioneer“.


Auch der zweite und abschließende Tag des heurigen Pfingstdialogs wurde am 16. Mai 2024 von Geist & Gegenwart-Koordinator Herwig Hösele eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung von Schirmherrin und Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl gefolgt.


Die Bedeutung grenzüberschreitender Kooperationen


Das erste hochkarätige Panel des Tages widmete sich der Bedeutung grenzüberschreitender Kooperationen im Bereich Wissenschaft und Forschung. Wissenschaftsminister Martin Polaschek betonte die Wichtigkeit regionaler Innovationen: „At the regional level the real innovation takes place. Innovation is bottom up and cooperations at regional level are good and important.“

Sein slowenischer Amtskollege, Wissenschaftsminister Igor Papič, ergänzte: „We all face similar problems and challenges when it comes to regional innovation.“


„Was verleiht Regionen Strahlkraft?“


Das Nachmittagsprogramm gipfelte nach intensiven Diskussionen in den Insiemegruppen im Thema „Was verleiht Regionen Strahlkraft?“. Gabor Steingart, einer der profiliertesten Journalisten Deutschlands und erfolgreicher Medienunternehmer, benannte in neun Thesen offen die vielfältigen Herausforderungen, mit denen Europa konfrontiert ist: Von der finanziellen Unsicherheit, über die Angriffe auf die europäische Freiheit bis hin zu den ökonomischen Defiziten, unter denen der Wirtschaftsstandort Europa leidet. Provokativ stellte er fest: „Marktwirtschaft ist wie Demokratie, nur krasser.“ Dabei sparte Steingart auch nicht mit Kritik am politischen System Europas, das, im Gegensatz zu seinen Konkurrenten, zunehmend träge und unbeweglich wirke. Er betonte dabei die Notwendigkeit, die Realitäten direkt anzusprechen, anstatt Probleme zu beschönigen. „Unser Koffer an Ausreden ist riesengroß. Dabei sind wir die bestgebildetste Gesellschaft, die wir in Europa je hatten. Wir müssen die aktuelle Unzufriedenheit in eine positive Aktivität umwandeln und nicht grummeln.“


„Europa zwischen Vielfalt und Leadership“


Im Nachgang an die Keynote fand sich mit Beteiligung von Bundesministerin Karoline Edtstadler, der Ökonomin Monika Köppl-Turyna und Andreas Treichl, Präsident des Europäischen Forums Alpbach, ein Panel für die Diskussion mit Steingart ein. „Europa zwischen Vielfalt und Leadership“ lautete der treffende Titel. „Politik hat die Aufgabe voran zu gehen. Wir sind derzeit in einer sehr sensiblen Phase. Aktuelle Entwicklungen und Radikalisierungen bereiten mir große Sorgen“, gab die Bundesministerin gleich zu Beginn zu verstehen. Eine zentrale Rolle nimmt für sie auch die Frage ein, wie man die Gesellschaft dazu bringt, für unsere Werte, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, aufzustehen und zu kämpfen.


Diskutierten auf Schloss Seggau: Journalist Gabor Steingart und BM Karoline Edtstadler. © Foto: Land Steiermark/Foto Fischer


Vielfalt und Subsidiarität Europas


Den Abschluss bildete wie jedes Jahr die Verlesung des Memorandums durch Herwig Hösele. Er betonte darin die Bedeutung der Vielfalt und Subsidiarität Europas für Innovation und Bürgernähe unter dem Leitgedanken „Europas Regionen. Zukunft gestalten“ und forderte, Entscheidungen näher an den Bürgern zu treffen, um das Vertrauen in die EU zu stärken: „Nur ein Europa der Regionen kann ein bürgernahes Europa sein.“

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