Strategy Talks der BKS Bank: Globale Umbrüche als Wachstumschance

Mit dem neuen Veranstaltungsformat Strategy Talks zeigt die BKS Bank, wo trotz geopolitischer Unsicherheit internationale Wachstumschancen entstehen. Komplexitätsforscher Peter Klimek, Gudrun Hager von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und KPMG-Expertin Karin Artner zeigten zum Auftakt auf, worauf es künftig ankommt.
Instabile Lieferketten, geopolitische Konflikte und wachsender internationaler Wettbewerb erhöhen den Handlungsdruck auf österreichische Unternehmen. Gleichzeitig eröffnen der Umbau globaler Wertschöpfungsketten, neue Technologien und veränderte Sicherheitsanforderungen zusätzliche Marktchancen. Mit den Strategy Talks hat die BKS Bank ein neues Veranstaltungsformat geschaffen, das Orientierung geben und Impulse für neues Wachstum setzen soll. Die erste Veranstaltung fand am Mittwoch in Graz am Flughafen statt. Am 28. September und 5. Oktober folgen Veranstaltungen in Klagenfurt und Wien.
Komplexitätsforscher Peter Klimek zeigte in seiner Keynote auf, dass die Risiken in europäischen Lieferketten insgesamt zunehmen. Abhängigkeiten verlagern sich von Rohstoffen auf spezialisierte Zwischenprodukte wie Batterien, Permanentmagnete und Halbleiter-Vorstufen. Zugleich konzentrieren sich kritische Produktionsschritte auf immer weniger Anbieter. China nimmt unter anderem bei Gallium, Germanium, Lithium und Seltenen Erden eine dominante Rolle ein.
Chancen nutzen
„Geopolitische Unsicherheit ist keine vorübergehende Krise, sondern eine neue strategische Realität. Österreichs Unternehmen müssen ihre Abhängigkeiten kennen - vor allem aber erkennen, welche neuen Chancen aus den globalen Veränderungen entstehen“, erklärt Nikolaus Juhász, Vorstandsvorsitzender der BKS Bank, die Motivation der Strategy Talks.
Besonders deutlich wird die Abhängigkeit laut Klimek im Zusammenspiel von Elektromobilität und Halbleiterindustrie: Elektrofahrzeuge benötigen wesentlich mehr Chips als Autos mit Verbrennungsmotor. Gleichzeitig kontrollieren chinesische Anbieter wesentliche Stufen beider Wertschöpfungsketten. Lieferkettenintelligenz wird daher zur strategischen Voraussetzung. Klimek verwies zugleich auf konkrete Wachstumsperspektiven in Nordafrika. Marokko und Tunesien entwickeln sich zunehmend zu verlängerten Produktionsstandorten Europas. Für österreichische Unternehmen entstehen dadurch Chancen im Maschinenbau, in der Elektronik und Chemie sowie in der Holz- und Papierindustrie. Zusätzliche Nachfrage gibt es in der Lebensmittelverarbeitung, Elektromobilität, Verkabelung und Wasserstoffwirtschaft.
Einen breiteren Blick auf globale Wachstumsmärkte gab Gudrun Hager, Leiterin Märkte der Internationalisierungsagentur der WKO, AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA. Europa bleibe mit Deutschland und Italien als zentralen Partnern das Fundament der österreichischen Exportwirtschaft. Zusätzlich müsse das Marktportfolio jedoch gezielt erweitert werden. Besonders dynamische Chancen bieten laut Hager Indien, Südostasien, Afrika und die Mercosur-Staaten - etwa in Industrie, Infrastruktur, Energie, Technologie und digitaler Transformation.

Mehr Freihandel
Handelsabkommen schaffen dabei Planbarkeit und erleichtern Markteintritte. Das zeigen die österreichischen Exporte nach Kanada, die von 746 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 1,7 Milliarden Euro 2025 stiegen. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Exporte nach Japan von rund einer auf zwei Milliarden Euro. „Wir müssen unsere starke europäische Basis nutzen, um österreichische Technologien und Qualität in den globalen Wachstumsregionen noch sichtbarer zu machen“, unterstreicht Juhász.
KPMG-Expertin Karin Artner widmete sich der Frage, wie Unternehmen solche Chancen strategisch erschließen können. Angesichts von Margendruck, Überkapazitäten und sinkender Nachfrage sollten sie nicht nur bestehenden Wert schützen, sondern prüfen, wo vorhandene Technologien, Produktionskapazitäten und Kompetenzen künftig gefragt sind. So können industrielle Fähigkeiten etwa auf Aerospace & Defense, kritische Infrastruktur oder sicherheitsrelevante Technologien übertragen werden.
Artner skizzierte dafür einen dreistufigen Prozess: Veränderungen früh erkennen (Sensing), attraktive Chancen priorisieren (Seizing) und Ressourcen, Standorte, Partner sowie Geschäftsmodelle anpassen (Reconfiguring). Beim Panel „Perspektiven aus der Praxis“ diskutierte Manfred Geiger, Leiter der Direktion Steiermark der BKS Bank, mit Christian Grabner (KNAPP AG) und Alexander Phillipp (Joh. Pengg AG) konkrete Zukunftsstrategien. „Wachstum entsteht nicht durch Abwarten. Österreich muss Innovationen rascher in den Markt bringen und seine Kompetenzen in neue Anwendungen übertragen“, resümierte Juhász. „Denn klar ist: Die Welt ist voller Chancen.“
Fotocredits: ©Patrick Sommeregger-Baurecht



