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Wildon pflanzt Bäume für nachhaltigen Schutz vor Hitze

19. Aug.
4 Min. Lesezeit

 

Während in diesen Sommer auch die Südsteiermark unter einer noch nie dagewesenen Hitze stöhnte, wollen die Verantwortlichen der Marktgemeinde Wildon nun einen maßgeblichen Schritt für einen nachhaltigen Hitzeschutz setzen. So sollen nach einem politischen Schulterschluss der Wildoner Gemeinderatsfraktionen mit der Pflnzung von hitzeresistenten Bäumen an neuralgischen Plätzen in den nächsten Jahren für dringend notwendigen Schatten und Abkühlung sorgen.

 

Mit Hitzeplan gegen steigende Temperaturen

„Angesichts steigender Temperaturen und immer häufiger auftretende Hitzeperioden erstellen wir für Wildon einen Hitzeplan. Mit der Idee dazu ist Umweltausschussobmann Dr. Werner Kammel an mich herangetreten. So bereitet die Marktgemeinde Wildon seit Mitte Juni entsprechende Maßnahmen vor und ergreift bereits dieses Jahr konkrete Maßnahmen, um den öffentlichen Raum langfristig hitzeresilienter und lebenswerter zu gestalten“, verspricht Bgm. Christoph Grassmugg (ÖVP).

„Wildon wurde in vielen Bereichen von Bäumen befreit! Die Sünden der Vergangenheit waren, dass es für die entfernten Bäume keine Nachpflanzung gegeben hat, vor allem dort, wo Kinder und alte Leute sich aufhalten. Also an Bushaltestellen oder dem Parkplatz der Mittelschule Wildon gibt es keinen Schatten, auch für jene, die mit dem Zug kommen!“, mahnt GK Dr. Kammel (Die Grünen), der betont, dass die heurige Hitzewelle nicht die letzte sein werde.

 


Schutz der Menschen vor der Hitze

„Es geht jetzt nicht um den Klimaschutz, sondern primär darum, die Menschen zu schützen! Ein wesentlicher und erster Schwerpunkt liegt in der Bepflanzung von Schatten spendenden Bäumen, was am längsten dauern wird. Aber es geht uns auch um die Information der Wildoner:innen, was sie machen können und auch um kleinere Optionen, damit blühende Bäume rascher umgesetzt werden können“, so der Umweltausschussobmann weiter. Doch die Gemeinde habe kein Geld dafür (budgetiert), so GR Dr. Kammel. So solle jeder, der etwas dazu beitragen könne, auch dazu beitragen, damit etwas zusammenkomme.

Auch Dr. Kammel freut sich über den Zuspruch aller Rathausparteien. Denn auch Vertreter:innen sämtlicher anderer im Gemeinderat vertretenen Fraktionen (SP, FP, Neos, ProWildon) sagten unverzüglich, entweder als Fraktion oder als Person, ihre (auch finanzielle) Unterstützung zu. Man war sich einig, dass dieses Thema kein Politikum werden dürfe!

Als Obmann des Wildoner Umweltausschusses begann Gemeinderat Werner Kammel (Grüne)

bereits zu Beginn der ersten Hitzewelle im heurigen Juni mit Unterstützung des Bürgermeisters und des Gemeindeamtes, mit den nötigen Vorerhebungen.

„Mit mehr Bepflanzung schaffen wir wertvollen Schatten. Das ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung und wird im Gemeinderat von einem breiten Konsens getragen. Wir wollen damit eine Vorreiterrolle einnehmen und für rundum Grün sorgen, wo Orte entstehen, wo es nicht zu heiß ist!“, ergänzt GR Rosemarie Schauer (Bürgerliste Projekt Wildon).

Namens der SPÖ betonte GR Lisa Sorko die finanzielle Unterstützung und Mitarbeit ihrer Partei („Wie stehen dahinter!“), vor allem auch, was die Schule betreffe.

 

Not macht erfinderisch!

Mit den Maßnahmen wolle man bereits Ende Oktober dieses Jahres beginnen. Für die Jahre 2026 bis 2029 wird von einem finanziellen Bedarf von etwa 200.000 Euro ausgegangen. Nur, dieses Geld habe die Gemeinde einfach nicht! „ Daher rufen wir alle Wildoner Betriebe, politische

Fraktionen, Bauträger und Verwalter bestehender Siedlungen sowie Privatpersonen auf , die Aktion finanziell zu unterstützen!“, so die Gemeindevertreter:innen. Daher wurde bereits ein Spendenkonto eingerichtet: AT36 3810 2635 0842 4293 - Hitzeschutzplan für Wildon.

„Das Tempo der Maßnahmen ist von der Finanzierung abhängig! Je mehr bereit sind, mitzuzahlen, desto schneller können wir Bäume pflanzen“, so Dr. Kammel. Aber auch Siedlungsgenossenschaften und sonstige Betreiber bestehender, bereits bebauter Siedlungsräume werden aufgerufen, sich auf Eigenkosten an der Aktion zu beteiligen. Davon sollen sich auch private Eigentümer von Gärten und Grünflächen betroffen fühlen.

Die Kosten sind von den Grundeigentümer:innen selbst zu tragen, aber seitens der Gemeinde wird als Leistung die Beratung, Lieferung und Organisation der Pflanzungen kostenfrei zugesichert sowie - gegen anteiligen Kostenersatz - auch die Bepflanzung durchgeführt.

 


Die Hot-Spots von Wildon

Für den Bürgermeister ist der Parkplatz für die Mittelschule, jede Bushaltestelle, Schulen, Kindergarten und Kinderkrippe ein Hot-Spot, wo man Bäume Pflanzen und Maßnahmen setzen möchte.

„Für das Jahr 2027 wurden bereits weitere Fördermittel aus der Förderschiene KLAR! – Klimawandel Anpassungsmodellregionen in Aussicht gestellt. Ob seitens der medial kolportierten Fördermaßnahmen aus Bundesmitteln für Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen für Hitzeschutzmaßnahmen wirklich etwas wird („Coole Schule“), bleibt noch abzuwarten“, so Bgm. Grassmugg.

Ab einem finanziellen Beitrag von je € 1.000,- bekommt jede/r Spender:in eine Plakette am finanzierten Baum. Der Betrag beinhaltet die Kosten für Transport, Arbeit, Anpflockung, etwaiger Substrataustausch sowie Anwuchspflege.

 

Weitere Maßnahmen

Zur Schaffung von Kühle spendenden Aufenthaltsräumen in öffentlichen Gebäuden sowie für

Trinkwasser-Spendern bei extremer Hitze befinde sich Wildon, so Bgm. Grassmugg in der glücklichen Lage, dass

eine gute Infrastruktur bereits weitgehend vorhanden sei. Hier stünden vor allem organisatorische

Fragen (Öffnungszeiten, Betreuung) und einzelne technische Verbesserungen im Vordergrund.

Auch die Aktion einer günstigen Jahreskarte für den Zugang zum Wildoner Badesee für Wildoner:innen in der Höhe von derzeit 55 Euro wird in den kommenden Jahren fortgeführt.

„Es geht uns darum, einen lebenswerten Lebensraum zu erhalten, zu erweitern und zu erschaffen. Als Tor zur Südsteiermark wollen wir andere Gemeinden auch dazu ermuntern, Schritte für einen nachhaltigen Hitzeschutz zu ergreifen. Die Arbeit dafür geht auch über den Sommer weiter!“, verspricht der Wildoner Bürgermeister.

 

Fotocredit: Heribert Kindermann
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