ÖVP-Landtagsklubobmann Schnitzer: „Synergien nutzen für eine abgestimmte Zukunftsstrategie!"
- la6098
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Die Landtagsklubs der Steirischen und der Kärntner Volkspartei trafen einander im weststeirischen Groß St. Florian, um die Zusammenarbeit der beiden Bundesländer auf parlamentarischer Ebene gezielt zu vertiefen. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Landtagsinitiativen zur Stärkung des Wirtschaftsraums Südösterreich, der Ausbau zentraler Infrastruktur sowie eine klare europäische Perspektive entlang der Koralmbahn-Achse.
Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn entsteht im Süden Österreichs ein neuer Zentralraum mit über 1,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie mehr als 770.000 Arbeitskräften. Dieser Wirtschaftsraum bietet enormes Potenzial für Wertschöpfung, Innovation, Fachkräftegewinnung und Lebensqualität – Potenziale, die Steiermark und Kärnten künftig noch stärker gemeinsam nutzen wollen. „Mit dem ersten Abstimmungstermin setzen die ÖVP-Landtagsklubs aus Steiermark und Kärnten ein klares Zeichen für mehr Kooperation, abgestimmte Politik und eine gemeinsame Zukunftsstrategie. Südösterreich soll als starker, innovativer und europäisch vernetzter Wirtschafts- und Lebensraum weiterentwickelt werden – zum Nutzen der Bevölkerung, der Betriebe und der kommenden Generationen“, so STVP-Klubobmann Lukas Schnitzer.
„Mit der engen Zusammenarbeit zwischen Kärnten und der Steiermark erfüllen wir neu entstehende Großregion mit Leben“, sagt der Kärntner ÖVP-Clubobmann Markus Malle. Ziel sei es, die Potenziale des neuen Südösterreich auszuschöpfen. „Abgestimmte Initiativen und gemeinsame Projekte bringen Vorteile und Erfolgschancen für beide Bundesländer“, so Malle. Dass bereits beim Auftakt mit Abgeordneten aus Kärnten und der Steiermark konkrete Maßnahmen besprochen und auf den Weg gebracht wurden, sei ein klares Zeichen: „Hier entsteht Zukunft!“
Gemeinsamer Wirtschaftsausschuss im Juni 2026
Die Zusammenarbeit soll nun gezielt auf die Landtage ausgeweitet werden. In der Weststeiermark trafen sich deshalb die Mitglieder des jeweiligen Wirtschafts- bzw. des Europausschusses sowie regionale Abgeordnete aller Ebenen. Ziel ist es, parlamentarische Initiativen enger abzustimmen und dort wo es Sinn macht auch gleichlautende oder harmonisierte Anträge in beiden Landtagen einzubringen. Ausschüsse sollen bei strategischen Zukunftsfragen enger kooperieren und sogar gemeinsam tagen. Als erster konkreter Schritt soll im Juni eine gemeinsame Sitzung der Wirtschaftsausschüsse stattfinden.
Starker Wirtschaftsraum Südösterreich im Herzen Europas
Die Koralmbahn bildet das Rückgrat eines leistungsfähigen Wirtschafts- und Arbeitsraums zwischen Graz und Klagenfurt. Während die Steiermark stark exportorientiert ist und eng in internationale Produktionsketten eingebunden ist, entwickelt sich Kärnten dynamisch im High-Tech- und Forschungsbereich. Diese komplementären Stärken sollen gezielt gebündelt werden. Im Fokus stehen Zukunftsbranchen wie Mikroelektronik, grüne Technologien, nachhaltige Mobilität und Digitalisierung. Ziel ist es, Betriebe zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und Südösterreich als attraktiven Lebens-, Arbeits- und Unternehmensstandort im europäischen Wettbewerb zu positionieren.
Faires Ticket- und Tarifsystem auf der Koralmbahn
Damit die Koralmbahn ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht es ein einfaches, durchgängiges und länderübergreifendes Tarifsystem. Derzeit fehlen integrierte Lösungen zwischen den Verkehrsverbünden und der ÖBB. Steiermark und Kärnten wollen daher gemeinsam mit der Bundesregierung auf eine Kombination der regionalen Klimatickets auch auf Korridorstrecken wie der Koralmbahn drängen – ohne Mehrkosten für die Länder und mit entsprechender finanzieller Absicherung durch den Bund.
Gemeinsame Tourismusangebote: Sommercard Süd
Die deutlich verkürzten Reisezeiten zwischen Graz und Klagenfurt eröffnen neue Chancen für Tages- und Kurzurlaube. Aufbauend auf der Steiermark Card und der Kärnten Card soll das touristische Potenzial durch eine gemeinsame „Sommercard Süd“ weiter ausgeschöpft werden. Ergänzend dazu sind länderübergreifende Erlebnisangebote, gemeinsame Kampagnen, Events sowie Kultur- und Kulinarikprogramme geplant, um die Nebensaison zu stärken und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.
Breitbandausbau: Digitale Infrastruktur als Standortfaktor
Ein flächendeckender Breitbandausbau ist Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und gleichwertige Lebensbedingungen, insbesondere im ländlichen Raum. Der geplante Stopp des Bundesprogramms „OpenNet 3“ hätte massive Auswirkungen auf Steiermark und Kärnten gehabt. Zwar konnten durch gemeinsames Auftreten Mittel für die Jahre 2027 bis 2029 gesichert werden, diese bleiben jedoch deutlich unter dem ursprünglichen Bedarf. Die beiden Länder fordern daher eine vollständige finanzielle Absicherung der geplanten Projekte sowie ein faires, transparentes Fördermodell ab 2026, das regionale Bedarfslagen berücksichtigt.
Europa vernetzen – Koralmbahn als europäisches Zukunftsprojekt
Die Koralmbahn ist Teil des Trans-Europäischen Verkehrsnetzes und des Baltisch-Adriatischen Korridors. Sie stärkt Lieferketten, verlagert Verkehr auf die Schiene, verbessert die Mobilität von Fachkräften und verbindet Wirtschafts- und Lebensräume von Mittel- bis Südosteuropa. Steiermark und Kärnten bekennen sich dazu, die Koralmbahn konsequent als europäisches Zukunftsprojekt zu positionieren und den Ausbau ergänzender Infrastruktur trotz angespannter Budgets weiter voranzutreiben.
Fotocredits: ©STVP Klub





